Japan: Angeschwemmte Geisterschiffe mit Leichen an Bord geben Rätsel auf

In Japan wurden seit Oktober acht rätselhafte Boote mit Leichen an Bord angeschwemmt.
© REUTERS, KYODO

02. Dezember 2015 - 16:19 Uhr

Die Boote stammen wahrscheinlich aus Nordkorea

Diese Funde sind wirklich zum Gruseln: Die japanische Küstenwache hat in den letzten Wochen immer wieder an der Küste angeschwemmte Geisterschiffe entdeckt. An Bord der hölzernen, halbverfallenen Boote fanden die Ermittler eine wirklich unheimliche Fracht: Stark verweste Leichen. Das berichtete der amerikanische Sender 'CNN'.

Seit Oktober sollen die Behörden mindestens acht dieser Gruselschiffe gefunden haben. Insgesamt hat die Küstenwache bereits 20 Tote geborgen. Die Leichen seine in einem sehr schlechten Zustand gewesen. Bei zwei Körpern habe der Kopf gefehlt, auf einem anderen Boot seien gleich sechs Köpfe gefunden worden. Alle Leichen waren teilweise schon skelettiert. Das erste Schiff tauchte im Oktober an einem Strand in Japan auf, die anderen dann kurz hintereinander im November.

Woher die Geisterschiffe stammen, ist noch völlig unklar. Die Küstenwache vermutet, dass sie aus Nordkorea gekommen sein könnten. Doch wer die Toten sind und was ihnen zugestoßen ist, bleibt weiter ein Rätsel. Auf einem der Boote fanden die Ermittler die Aufschrift "Nordkoreanische Volksarmee" in koreanischen Schriftzeichen. So heißt das Militär in dem abgeschotteten Land. Einen weiteren Hinweis lieferte ein verrotteter Stofffetzen, der aussah, als könne er von einer nordkoreanischen Flagge stammen.

Waren es Flüchtlinge aus Nordkorea?

In Japan spekulieren nun Experten, wie die Schiffe nach Japan gelangt sind, und was den Passagieren zugestoßen sein könnte. Einige vermuten, dass es sich um Schiffe der nordkoreanischen Streitkräfte handeln könnte, die vom Kurs abgekommen sind. Die Holzboote sind alt, baufällig und schwer zu navigieren. Andere glauben, dass es verirrte Fischerboote sein könnten, die den Weg zurück in den Heimathafen nicht mehr geschafft haben und auf See verloren gingen. Und es gibt noch eine weitere Theorie: Es könnten Flüchtlingsboote sein. Die nordkoreanische Grenze zu China wird nämlich streng bewacht, darum könnten verzweifelte Menschen die gefährlichere Route übers Meer nach Japan gewagt haben. Welche Theorie stimmt, wird schwer zu überprüfen sein. Die japanischen Ermittler haben nur sehr wenige Hinweise zur Verfügung.