'Jamaika-Aus' ist das Wort des Jahres 2017

Wort des Jahres 2017: Jamaika-Aus
© dpa, Frank Rumpenhorst, fru sab

08. Dezember 2017 - 12:17 Uhr

Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat sich entschieden

Schwarz, Grün und Gelb, oder auch Union, Grüne und FDP haben es nicht geschafft, eine Regierung zu bilden - eine sogenannte Jamaika-Koalition. Was das für die nächsten Jahre bedeutet, ist weiter offen - immerhin hat es den Deutschen aber das Wort des Jahres 2017 beschert: Die Wahl der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) fiel auf das Wort 'Jamaika-Aus'. Der Begriff stehe nicht nur für die schwierige Regierungsbildung, sondern sei auch sprachlich interessant, so die GfdS.

'Ehe für alle' und '#MeToo' auf Platz 2 und 3 bei der Wahl zum Wort des Jahres 2017

Auf dem zweiten Platz der Wahl landete 'Ehe für alle', direkt gefolgt von '#MeToo'. In die Liste schaffen es Begriffe, die nach dem Urteil der Sprachexperten für 2017 gesellschaftlich und politisch besonders relevant sind. Die Häufigkeit der Wörter ist weniger entscheidend. Der Name des Staates Jamaika habe in Deutschland eine neue Bedeutung bekommen, aufgrund der politischen Komponente. Außerdem sei die Aussprache eingedeutscht worden. Mit dem Zusatz 'Aus' werde umgangssprachlich auf das erfolglose Ende der Sondierungsgespräche verwiesen.

'Ehe für alle' beschreibt die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Dabei könne der Ausdruck auch falsch interpretiert werden, denn 'alle' würde ja beispielsweise auch Kinder umfassen, sagte der GfdS-Vorsitzende Peter Schlobinski. Die Bedeutung des Begriffs 'Ehe' sei mit der neuen Regel erweitert worden.

Der sprachliche Nerv des Jahres soll getroffen werden

Mit dem Internet-Schlagwort '#MeToo' prangern Frauen weltweit sexuelle Übergriffe an. Auslöser für die Kampagne im Herbst 2017 waren Vorwürfe gegen den Hollywood-Produzent Harvey Weinstein. Die Opfer wollten auf das Ausmaß des Problems aufmerksam machen, erklärte die GfdS. Frauen, die ihr Schweigen gebrochen haben, wurden vom renommierten Time-Magazin auf ihrer Titelseite zur 'Person des Jahres' gekrönt.

Auf den weiteren Plätzen der Zehner-Liste landeten unter anderem 'Obergrenze', 'Diesel-Gipfel' und 'Videobeweis'. Auch ein Begriff ohne erkennbare Bedeutung ist darunter: 'covfefe'. US-Präsident Donald Trump nutzte das Wort in einem Tweet. Die Jury wählt Begriffe aus, die laut GfdS "den sprachlichen Nerv des Jahres treffen und einen Beitrag zur Zeitgeschichte leisten". Das 'Wort des Jahres' wurde erstmals 1971 und seit 1977 regelmäßig gekürt.