Urteil in Flensburg gefallen

Jahrelange Haftstrafen wegen schweren Raubes und Vergewaltigung

Blick auf den Eingang zum Landgericht und Amtsgericht in Flensburg. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild
Blick auf den Eingang zum Landgericht und Amtsgericht in Flensburg. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild
© deutsche presse agentur

01. April 2021 - 9:09 Uhr

Trio aus Flensburg verurteilt

Drei Männer sollen mehrere Prostituierte in Flensburg überfallen und in einem Fall sexuell missbraucht haben. Das Landgericht Flensburg hat heute Nachmittag geurteilt: drei Jahre Haft für Radoslav M. wegen schweren Raubes, drei Jahre und 9 Monate Haft für Catalin D. wegen schweren Raubes und der Beihilfe zur Vergewaltigung und 9 1/2 Jahre Haft für den Hauptangeklagten Dan S. wegen schweren Raubes und Vergewaltigung.

Vergewaltigung war Spontantat

Zur Tatzeit waren die Täter zwischen 17 und 30 Jahre alt. Laut Staatsanwaltschaft sollen die drei Männer im Dezember 2019 mehrfach gewaltsam in sogenannte "Modellwohnungen" eingedrungen sein und dort Prostituierte mit einer geladenen Schreckschusspistole zur Herausgabe von Wertgegenständen aufgefordert haben. Dabei haben sie "teilweise etwas erbeutet – in einem Fall, in zwei anderen Fällen nicht", sagt Gerichtssprecher Dr. Stefan Wolf. In einem Fall soll es sogar zu einem sexuellen Missbrauch eines Opfers gekommen sein. "Die Angeklagten sollen ursprünglich vorgehabt haben stehlenswerte Dinge, wie Geld zu erbeuten. Und einer der Angeklagten soll dann während der Tat den Entschluss gefasst haben eine Vergewaltigung zu vollziehen und dabei die mitgeführte Schreckschusspistole einem weiteren Angeklagten in die Hand gegeben haben", so Wolf weiter.

„Ich schäme mich sehr, für das was ich getan habe"

Im Gerichtssaal zeigen die Angeklagten Reue. "Ich schäme mich sehr, für das was ich getan habe. Ich möchte ein Leben führen wie ein ganz normaler Mensch. Ich möchte kein Krimineller sein", sagt Catalin D. "Es tut mir sehr Leid was ich getan habe. Ich gebe alles zu. Ich möchte eine normale Strafe haben und diese Strafe absitzen", gesteht Radoslav M.

Der Hauptangeklagte, der die Vergewaltigung durchgeführt haben soll, sitzt aufgrund seiner Tat bereits in Haft und betritt mit Handschellen den Gerichtssaal. Dort drückt er seine Sehnsucht nach seiner Familie aus: "Ich habe eine schwere Zeit im Knast. Meine Familie vermisst mich sehr und ich sie auch".

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Dan S. soll bereits ein 11-jähriges Mädchen vergewaltigt haben

RTL Nord-Reporter Thomas Jell war während der Verhandlung ebenfalls im Gerichtsaal und berichtet: "Der Hauptangeklagte Dan S., hat bereits ein langes Vorstrafenregister. In seiner rumänischen Heimat soll er bereits ein 11-jähriges Mädchen vergewaltigt haben, saß dafür mehrere Jahre im Gefängnis. Doch, dass er die Prostituierte in Flensburg vergewaltigt hat, das hat er selbst bis zuletzt bestritten. Weil die Täter während der Tat eine Maske getragen haben, konnte selbst das Opfer nicht genau sagen, wer sie vergewaltigt hat. Dennoch sind sich die Richter sicher: Dan S. muss ihr Peiniger sein". Außerdem haben beide Mitangeklagten gegen ihn ausgesagt und ihn schwer belastet.