Wikileaks-Gründer in Beziehung mit seiner Anwältin

Jahrelang in Botschaft im Exil: Julian Assange heimlich Vater von zwei Kindern

Jahrelang in Botschaft im Exil: Julian Assange heimlich Vater von zwei Kindern
Jahrelang in Botschaft im Exil: Julian Assange heimlich Vater von zwei Kindern
© REUTERS, Peter Nicholls, AJ/DAM

12. April 2020 - 9:30 Uhr

Assange-Anwältin bittet Gericht als Partnerin um Freilassung

Weil sich die Partnerin des Wikileaks-Gründers Julian Assange nach einem Corona-Ausbruch in dessen Gefängnis um seine Gesundheit sorgt, kommen überraschende Details ans Licht: Aus einem Antrag geht hervor, dass der 48-Jährige heimlich Vater von zwei Kindern wurde und mit seiner Anwältin Stella Moris in einer Beziehung ist.

Assange: Kinder aus Zeit in der ecuadorianischen Botschaft

Julian Assange vor Gericht im April 2019
Julian Assange vor Gericht im April 2019
© imago images / ZUMA Press, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Julian Assange sitzt derzeit in im Hochsicherheitsgefängnis HMP Belmarsh im Südosten Londons und wartet auf eine Entscheidung zu seinem Auslieferungsantrag. Nach Angaben von Freunden leidet er seit Monaten unter gesundheitlichen Problemen. Zudem breite sich das Coronavirus in der Haftanstalt aus. Ein Häftling sei demnach bereits an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, berichtet die britische Nachrichtenagentur PA.

Im Bemühen um seine Freilassung hat sich jetzt seine Anwältin nun auch als dessen Partnerin eingeschaltet. Sie sorge sich um die Gesundheit und das Leben des Wikileaks-Gründers, argumentierte die Juristin Stella Moris laut einem PA-Bericht in einem Gesuch an das zuständige Gericht. Assange befinde sich 23 Stunden am Tag in Isolation und erhalte keinen Besuch mehr, sagte Moris demnach weiter. Wie laut PA aus den Gerichtsunterlagen hervorgeht, hatte Moris Assange 2011 in ihrer Rolle als Juristin kennengelernt und 2015 eine enge Beziehung zu ihm begonnen, als er noch in der ecuadorianischen Botschaft lebte. Aus der Verbindung sind demnach zwei Kinder hervorgegangen.

Wikileaks-Gründer muss um Auslieferung bangen

Ein Prozess über einen Auslieferungsantrag der USA soll am 18. Mai fortgesetzt werden. Zuletzt hatte ein Gericht am 25. März einen Antrag von Assange auf Freilassung unter Kautionsauflagen wegen der Coronavirus-Pandemie abgelehnt. Die US-Justiz wirft Assange vor, der Whistleblowerin Chelsea Manning - damals Bradley Manning - geholfen zu haben, geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan zu veröffentlichen. Dabei soll Washington zufolge insbesondere die Sicherheit von US-Informanten aufs Spiel gesetzt worden sein.

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Julian Assange droht lange Haftstrafe

Assange lebte aus Angst vor einer Auslieferung an die USA sieben Jahre in der ecuadorianischen Botschaft in London.
Assange lebte aus Angst vor einer Auslieferung an die USA sieben Jahre in der ecuadorianischen Botschaft in London.
© imago/ZUMA Press, Ray Tang, imago stock&people

Bei einer Verurteilung in allen 18 Anklagepunkten drohen Assange bis zu 175 Jahre Haft. Er bestreitet die Vorwürfe. Seinen Anwälten zufolge sind die Anklagepunkte konstruiert, um ein Exempel zu statuieren. Sie sehen in dem Verfahren einen Angriff auf die Meinungsfreiheit und fordern Freilassung Assanges. Die Wikileaks-Enthüllungen hatten unter anderem zur Aufdeckung von Kriegsverbrechen durch US-Soldaten geführt. Assange hatte sich aus Angst vor einer Auslieferung an die USA 2012 in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet. Die britische Polizei verhaftete Assange im April 2019, weil er mit der Flucht in die Botschaft gegen Kautionsauflagen verstoßen hatte.