Jagdverband-Präsident dementiert Veruntreuung von Geldern

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11. September 2019 - 11:50 Uhr

Der Präsident des Bayerischen Jagdverbands (BJV) Jürgen Vocke weist laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwoch) den Vorwurf von sich, Verbandsgelder veruntreut zu haben. Vocke bezeichnete die Vorwürfe als "Unterstellungen und Vermutungen".

Der 76-jährige Verbandspräsident wurde von einem Präsidiumsmitglied, dem Vorsitzenden der Kreisgruppe Memmingen, wegen Untreue und Unterschlagung angezeigt. Die Staatsanwaltschaft München I bestätigte am Mittwoch, dass sich die Anzeige auf die Abrechnung privater Auslagen, Nutzung des Dienstwagens und die Beschäftigung von Vockes Tochter bei einem mit dem Verband verbundenen Unternehmen bezieht. Die Staatsanwaltschaft prüfe die Vorwürfe derzeit. Als erstes hatten "Augsburger Allgemeine" und "Main-Post" über die Anzeige berichtet.

Laut dem SZ-Bericht schließt Vocke einen frühzeitigen Rücktritt trotz Zurückweisung der Vorwürfe nicht aus. "Sollte sich herausstellen, dass es tatsächlich zu Versäumnissen gekommen ist, lege ich das Amt nieder", sagte Vocke der SZ. Im April hatte der BJV-Präsident bereits angekündigt, sein Amt 2020 abzugeben. Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur wollte er sich zunächst nicht äußern.

Auch der Jagdverband mit Sitz in Feldkirchen (Landkreis München) nahm zunächst keine Stellung. Den Medienberichten zufolge könnte dem Verband eventuell die Gemeinnützigkeit aberkannt werden. Derzeit kontrolliert ein Wirtschaftsprüfer die Verbandsfinanzen des vergangenen Jahres.

Vocke ist seit 25 Jahren BJV-Präsident. Schon 2005 gab es Vorwürfe gegen ihn wegen möglicher privater Verwendung von Geldern, die er zurückwies. Der BJV-Funktionär ist noch in weiteren Organisationen aktiv, vor allem im Jagdkontext. Zudem saß er zehn Jahre lang für die CSU im Landtag. Der BJV hat nach eigenen Angaben rund 50.000 Mitglieder.

Quelle: DPA