Sonnenaufgang trifft auf Berufsverkehr

Jagdverband warnt vor Wildunfällen nach Zeitumstellung

Ein rotes Dreibein mit dem Hinweis auf einen Wildunfall steht an einer Landstraße.
Ein rotes Dreibein mit dem Hinweis auf einen Wildunfall steht an einer Landstraße.
© deutsche presse agentur

24. März 2021 - 9:03 Uhr

Risiko für Wildunfälle steigt mit der Zeitumstellung

Der Landesjagdverband Hessen warnt vor mehr Wildunfällen nach der Zeitumstellung am kommenden Sonntag. Durch die Umstellung verschiebe sich der Sonnenaufgang und falle damit direkt in den morgendlichen Berufsverkehr, teilte der Verband am Mittwoch mit. In den frühen Morgenstunden sei die Gefahr für einen Zusammenstoß mit einem Wildtier am größten.

Häufigerer Wildwechsel wird zur Gefahr für Mensch und Tier

Eine aktuelle Auswertung des bundesweiten Tierfund-Katasters zeige, dass es insbesondere mit Rehböcken im April immer wieder zu Verkehrsunfällen komme, erklärt ein Verbandssprecher. "Die männlichen Tiere, die gerade geschlechtsreif geworden sind, werden auf der Suche nach einem neuen Revier oft von älteren Böcken vertrieben. Deshalb laufen die jungen Rehböcke häufig unvermittelt und hochflüchtig auf die Fahrbahn." Auch frisches Grün auf Wiesen und Feldern sorge bei den Rehen für häufigere Wildwechsel.

So verhalten Sie sich richtig, wenn ein Tier am Straßenrand steht

Reh an der Straße
Hier ist Vorsicht geboten: Ein Reh am Straßenrand.
© deutsche presse agentur

Vor allem in den frühen Morgenstunden und am Abend überqueren Rehe, Wildschweine und Hirsche die Landstraßen – besonders häufig in Waldabschnitten und an Feldrändern.

Das Problem: Wildtiere können nicht einschätzen, wie schnell Autos fahren und springen auch dann vor ein Fahrzeug, wenn es nur wenig entfernt ist. Der ADAC rät darum:

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:
  • Fahren Sie sofort deutlich langsamer oder bremsen Sie sogar ganz ab, wenn Sie ein Tier am Straßenrand sehen.
  • Schalten Sie das Fernlicht aus. Dieses blendet das Tier, sodass es dann unter Umständen genau vor Ihrem Auto stehenbleibt.
  • Hupen Sie zusätzlich. In den meisten Fällen wird das Wild dadurch verscheucht.

So verhalten Sie sich bei einem Wildunfall richtig

Wenn der Zusammenstoß nicht mehr zu vermeiden ist, gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Auf keinen Fall ausweichen. Die Gefahren für Sie selbst (zum Beispiel durch einen Baumaufprall) und den Gegenverkehr oder nachfolgenden Verkehr sind bei Ausweichmanövern in der Regel gefährlicher als der Zusammenstoß mit dem Wild.
  • Bremsen Sie darum möglichst stark ab und halten Sie das Lenkrad gut fest.
  • Schalten Sie nach einem Zusammenstoß die Warnblinkanlage ein, ziehen Sie die Warnweste an und sichern Sie die Unfallstelle ab. Das gilt auch für den Fall, wenn das Tier verletzt geflüchtet ist. Ganz wichtig: Bewahren Sie Ruhe!.
  • Informieren Sie die Polizei unter der Rufnummer 110 und geben Sie Ihren genauen Standort durch. In vielen Bundesländern muss bei einem Wildunfall zusätzlich noch ein Jäger informiert werden. Das übernimmt in der Regel die Polizei. Der Jäger kann Ihnen auch eine Wildschadenbescheinigung für die Versicherung ausstellen.
  • Wenn Personen verletzt sind, wählen Sie zusätzlich die 112.
  • Totes Tier: Wenn möglich, ziehen Sie das tote Tier an den Randstreifen, damit keine Folgeunfälle passieren. Wegen eventueller Tollwutgefahr sollten sie es aber nicht mit bloßen Händen sondern mit Handschuhen anfassen.
  • Verletztes Tier: Fassen sie das verletzte Tier nicht an, da es sich wehren könnte.
  • Warten Sie am Unfallort, bis die Polizei oder der Jäger da ist.

Das angefahrene Wild darf übrigens nicht vom Unfallort entfernt werden. Wer dies tut, riskiert eine Anzeige wegen Wilderei. Dasselbe gilt auch für die Mitnahme verendeter Tiere für den eigenen Verzehr. Das darf nur der Jagdpächter.