Jagdpräsident: Herbstjagd auf Wildschweine nötig

Über vierzig Wildschweine sind nach einer Treibjagd als Strecke ausgelegt. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
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08. November 2020 - 9:52 Uhr

Für die Abwehr der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ist eine erfolgreiche Wildschweinjagd in diesem Herbst nötig. "Jedes Wildschwein, das wir jetzt nicht erlegen, produziert rechnerisch bis zum kommenden Sommer mindestens drei Nachkommen", sagte der Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen, Helmut Dammann-Tamke, der Deutschen Presse-Agentur. In der Zeit von Anfang November bis zum 20. Dezember werde seiner Einschätzung nach 70 bis 80 Prozent der Wildschweinstrecke eines ganzen Jahres erlegt.

Deshalb werde trotz der derzeitigen Corona-Beschränkungen gejagt. "Es ist schon im Frühjahr festgestellt worden, dass die Jagd systemrelevant ist." Auch die Jäger müssten bei Gesellschaftsjagden die Corona-Regeln befolgen. Abstand, Hygienekonzepte und Teilnehmerlisten seien vorgeschrieben, sagte Dammann-Tamke.

Die Afrikanische Schweinepest ist aus Polen auf Wildschweine in Brandenburg und Sachsen übergesprungen. Weil Deutschland damit nicht mehr ASP-frei ist, entfallen schon jetzt wichtige Exporte mit einem Milliardenschaden für die Fleischindustrie. Die Wildtiere können die Tierseuche bei Kontakt auf Hausschweine übertragen.

Quelle: DPA