Jährlich 30.000 Tote durch Krankenhaus-Keime

© dpa, Daniel Reinhardt

20. November 2014 - 11:55 Uhr

Gesundheitsministerium weist die Zahlen als falsch zurück

In deutschen Krankenhäusern sterben mehr Menschen an Infektionen durch resistente Erreger als bisher bekannt. Aus Daten der Krankenhäuser geht hervor, dass im vergangenen Jahr bei verstorbenen Patienten mehr als 30.000 Mal einer der drei meistverbreiteten resistenten Keime abgerechnet wurden.

Experten seien sich sicher, dass die Zahl der Infektionstoten deutlich höher liege als vom Bundesgesundheitsministerium angegeben, berichtet unter anderem die 'Zeit'. Statt der 7.500 bis 15.000 Toten gebe es "mehr als 30.000 bis 40.000 Todesfälle, wahrscheinlich weit mehr", zitieren die Medien den Vizepräsidenten der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene, Walter Popp.

Die Sprecherin des Gesundheitsministeriums, Katja Angeli, wies die Zahlen als falsch zurück. "Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene geht hier von einer falschen Annahme aus, da sie Tote, die einen resistenten Erreger in sich tragen, gleichsetzt mit Todesfällen durch einen resistenten Erreger."