Jäger werden Wildfleisch wegen Corona-Krise kaum los

Ein Wildmeister legt sein Jagdgewehr an. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
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27. April 2020 - 6:12 Uhr

Die Jäger in Hessen werden ihr geschossenes Wildfleisch wegen der Corona-Krise nur schwer los. "Wenn wir ein Tier erlegen, wollen wir auch, dass es verwertet wird. Wir schießen nicht für die Mülltonne", sagte ein Sprecher des Landesjagdverbands in Bad Nauheim. Die Nachfrage und damit auch der Preis seien aber dramatisch gesunken. Viele Verarbeitungsbetriebe nehmen demnach ebenfalls kein Wildbret mehr an.

Das Fleisch wird dem Sprecher zufolge zwar auch im Familien- und Freundeskreis verteilt. Wegen der fehlenden Nachfrage sinke aber die Motivation der Jäger. "Dies ist problematisch, da etwa Wildschweine wegen der Afrikanischen Schweinepest das ganze Jahr über bejagt werden müssen."

Erschwerend kommt nach Angaben des Verbands hinzu, dass in Hessen die Jagdzeiten für das Reh- und das junge Rotwild vorgezogen worden sind, um frisch gepflanzte Baumsetzlinge zu schützen. Hierdurch falle noch mehr Fleisch an. "Wir fordern, dass die Landesregierung uns bei der Vermarktung unterstützt oder eine Idee vorlegt, wie das Wildbret durch das Land Hessen angekauft werden könnte."

Quelle: DPA