Jäger lichtet Wolf im Wartburgkreis ab

Ein Wolf schaut Richtung Kamera. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
© deutsche presse agentur

16. Januar 2020 - 15:50 Uhr

Mit einer Waldkamera hat ein Jäger im Wartburgkreis einen Wolf fotografiert. Experten des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) bestätigten nach Sichtung der Aufnahmen, dass es sich bei dem abgebildeten Tier mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um einen Wolf handle, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Zuvor hatten das "Freie Wort" und MDR Thüringen online über die Sichtung berichtet.

Das Foto entstand am 8. Januar in einem Waldstück beim Moorgrunder Ortsteil Gräfen-Nitzendorf, hieß es beim TLUBN. Die Aufnahme sei allerdings kein Beleg dafür, dass sich der Wolf tatsächlich dort angesiedelt hat. Es könne sich auch um ein durchziehendes Tier handeln. Auch habe es zuletzt keine Meldungen über gerissene Schafe in der Gegend gegeben.

Lange Zeit galt die Wölfin mit Revier auf dem Truppenübungsplatz der Bundeswehr beim etwa 40 Kilometer von Gräfen-Nitzendorf entfernt gelegenen Ohrdruf (Landkreis Gotha) als einziger standorttreuer Wolf Thüringens. Inzwischen soll sich auch ein Rüde zu ihr gesellt haben.

Wölfe sind eigentlich streng geschützt. Die Wölfin bei Ohrdruf darf aktuell dennoch offiziell gejagt werden. Das TLUBN hat in ihrem Fall eine Ausnahmegenehmigung erlassen. Die Wölfin hat unter anderem nachweislich immer wieder selbst sehr hohe Schutzzäune überwunden und viele Schafe, Ziegen und andere Nutztiere gerissen. Naturschutzverbände wollen juristisch gegen die Freigabe zum Abschuss vorgehen.

Quelle: DPA