IWF fordert Lohnerhöhungen und Steuersenkungen in Deutschland

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Ein Azubi arbeitet an einem Fließband im Werk. Foto: Andreas Gebert/Archiv
deutsche presse agentur

Mehr Einnahmen, weniger Ausgaben für Bürger in Deutschland?

Mehr Gehalt bekommen, weniger Steuern zahlen: Diese Vorschläge hat der Internationale Währungsfond (IWF) als Empfehlung gegenüber Deutschland geäußert. Außerdem werden zusätzliche Investitionen des Staats gefordert, um der sozialen Ungleichheit entgegenwirken zu können. Das Geld sei vorhanden.

Finanzieller Überschuss soll investiert werden

Jedes Jahr legt der Weltwährungsfonds Empfehlungen für Deutschland vor. Auch diesmal kritisieren die Experten die hohen Bilanzüberschüsse. "Der zur Verfügung stehende finanzielle Spielraum sollte genutzt werden für Initiativen, um das Wachstumspotenzial ebenso zu verbessern wie Investitionen in die Infrastruktur und Digitalisierung, Kinderbetreuung, Flüchtlingsintegration und für eine Senkung der Steuerlast auf Arbeit", heißt es in der jüngsten Empfehlung.

Anpassung in Deutschland mit Auswirkung auf Europa

IWF-Expertin Enrica Detragiache sagte, dass die Lohnpolitik zwar Sache der Tarifpartner sei, eine höhere Lohndynamik allerdings die Wirtschaft ankurbeln würde. In der IWF-Empfehlung wird zudem der Einfluss dieser notwendigen Maßnahmen auf Europa thematisiert: "Ein nachhaltiger Anstieg der Löhne und Inflation in Deutschland ist erforderlich, um die Preissteigerung in der Eurozone anzuheben."

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Rentenreform und Immobilienmarkt stehen im Fokus

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Mehr Geld im Alter: Die Rentenreform ist ein großer Bestandteil der vorgelegten Empfehlung des IWF.
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Der Fonds spricht sich für eine weitere Rentenreform aus. Diese müssten einen Anreiz schaffen, länger zu arbeiten. Dies würde unter anderem Einkommen im Alter erhöhen und die Notwendigkeit reduzieren, für den Ruhestand zu sparen. Aus Sicht der IWF-Experten hat sich die Einkommensungleichheit zwar weitgehend stabilisiert. Sie warnen aber vor Armutsrisiken. Zudem würden steigende Immobilienpreise eine Überwachung des Marktes rechtfertigen.

Positives Feedback, jedoch hohe Arbeitslosenquote

Insgesamt bescheinigt der Fonds Deutschland, dass sich die offene und innovative Wirtschaft gut entwickelt habe. Das soziale Sicherheitsnetz sei gut, das Beschäftigungswachstum sei stark. Die Arbeitslosenquote liege allerdings auf einem Rekordtief. Im Juni wird der IWF die Beratung offiziell abschließen.