Sie soll erneut verhört werden

Italiens Justiz ist gegen die Freilassung von Sea-Watch-Kapitänin Rackete

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17. Juli 2019 - 19:15 Uhr

Deutschlands berühmteste Kapitänin soll wieder verhört werden

Die Staatsanwaltschaft in Italien hat Berufung gegen die Freilassung von Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete eingelegt. Die Behörde im sizilianischen Agrigent habe diese am Mittwoch beim Kassationsgericht in Rom - Italiens oberstem Gericht - eingereicht, berichteten italienische Nachrichtenagenturen übereinstimmend. Außerdem muss sie sich am Donnerstag erneut einem Verhör stellen. Zurzeit ist die 31-Jährige an einem geheimen Ort untergebracht. 

Unwahrscheinlich, dass Rackete wieder festgenommen wird

Am Donnerstagmorgen steht eine Vernehmung bei der Staatsanwaltschaft in der sizilianischen Stadt Agrigent an. Diese ermittelt gegen die im niedersächsischen Hambühren aufgewachsene 31-Jährige unter anderem wegen des Vorwurfs der Beihilfe zur illegalen Einwanderung und des Widerstandes gegen ein Kriegsschiff. 

Sea-Watch-Sprecher Ruben Neugebauer hatte zuvor erklärt, es sei unwahrscheinlich, dass Rackete wieder festgenommen werde.

Rackete fuhr illegal Migranten nach Italien

Die Kapitänin der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch war mit Dutzenden Migranten an Bord Ende Juni ohne Erlaubnis der Regierung in Rom in italienische Gewässer und den Hafen von Lampedusa gefahren. Dabei hatte sie ein Schiff der Finanzpolizei, die zu den Streitkräften gehört, gestreift. 

Rackete wurde festgenommen und unter Hausarrest gestellt. Eine Ermittlungsrichterin hob diesen jedoch später auf - sehr zum Ärger von Italiens rechtspopulistischem Innenminister Matteo Salvini. Das Schiff "Sea-Watch 3" wurde festgesetzt.