Sie wollten die Sterne sehen

Italien: Wagen stürzt 200 Meter in die Tiefe - 5 Insassen sterben

Der Landrover der Jugendlichen stürzte 200 Meter in die Tiefe.
© ENEX

13. August 2020 - 14:41 Uhr

Jugendliche ließen ihr Leben im Granatal

Nur mit Mühe gelang es den Rettungskräften, das Unfall-Wrack vom steilen Hang heraufzuziehen. Das Auto war über die Kante gefahren und in 200 Metern Tiefe verschwunden. An dem Geländewagen befanden sich neben vier Verletzten die Leichen von fünf Insassen, die mit ihrem Land Rover rund 200 Meter in die Tiefe gestürzt waren. Ihre Körper wurden bei dem Unfall aus dem Auto geschleudert. Der Fahrer (24) und Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren ließen ihr Leben im Granatal. Warum der Wagen am frühen Mittwochmorgen kurz nach Mitternacht im italienischen Piemont von der Straße abkam, ist noch unklar.

Kleines Dorf hat die Hälfte der Jugendlichen verloren

In der warmen August-Nacht wollten sie auf den Berg fahren, um den klaren Sternenhimmel zu sehen: Jugendliche setzten sich in der Nacht zu Mittwoch für ein nächtliches Abenteuer in den Land Rover Defender. Während fünf Insassen das Unglück von Castelmagno in der Provinz Cuneo nicht überlebten, wurden vier Personen im Alter von 17 bis 24 Jahren schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. "Wir haben in einer Nacht die Hälfte der jungen Leute unseres Dorfes verloren", sagte Bürgermeister Alberto Bianco der Nachrichtenagentur Adnkronos. Der kleine Ort hat nur 54 Einwohner.

Alle Insassen aus Auto geschleudert

Die Jugendlichen seien am Abend aus einer Ortschaft im Tal zusammen auf den Berg gefahren, um sich die Sterne anzusehen, berichteten lokale Medien und die Nachrichtenagentur Ansa. In diesen Augusttagen sind während der Phase der sogenannten Perseiden - eines jährlich wiederkehrenden Meteorstroms - viele Sternschnuppen zu sehen. Alle neun Leute seien aus dem Auto geschleudert worden, hieß es. Der Wagen war nach ersten Erkenntnissen nur für sechs Insassen zugelassen. Die fünf Opfer starben den Angaben zufolge noch vor Ort.

Wagen war nur 15 Stundenkilometer schnell

Das Unglück passierte auf einer Schotterstraße ohne Leitplanken in rund 1800 Metern Höhe. Warum der Wagen von der Straße abkam, sollen Untersuchungen und eine Befragung der Überlebenden zeigen. "Die Tragödie ist passiert, nicht weil die Kids Alkohol getrunken haben, sondern weil sie abgelenkt wurden. Das haben mir die Carabinieri versichert", sagte Bürgermeister Bianco. Der Wagen sei "vielleicht 15 Stundenkilometer schnell gewesen. Und die Straße kannten sie gut, schließlich sind sie darauf jeden Tag unterwegs gewesen, um die Kühe auf die Alm zu bringen."