Italien: Virologe schlägt Corona-Alarm

"Gefahr, dass das System in den nächsten Wochen explodiert"

20. Oktober 2020 - 10:18 Uhr

Infektionszahlen steigen rapide an

Italien ist gut durch den Corona- Sommer gekommen, doch jetzt steigen die Infektionszahlen dort wieder rasant an. Deshalb hat die Regierung die Schutzmaßnahmen erneut verschärft. Der Mailänder Virologe Fabrizio Pregliasco schlägt Alarm: "Es gibt keine einzelnen Infektionsherde, es passiert überall. Noch funktioniert das System der Kontaktnachverfolgung, aber die Gefahr ist die, dass das System in den nächsten Wochen explodiert." Mehr über die Situation in Italien – in unserem Video.

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Regierung ruft zu "maximaler Vorsicht" auf

 Palazzo Chigi Il Presidente Conte ha illustrato in conferenza stampa le nuove misure per il contenimento e la gestione dell emergenza epidemiologica da Covid-19. Carofei Mistrulli/Fotogramma, ROME - 2020-10-18 p.s. la foto e utilizzabile nel rispett
Italiens Regierungschef Giuseppe Conte
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In der vergangenen Woche überschritt die Zahl der registrierten Neuinfektionen in Italien erstmals seit Beginn der Pandemie die Marke von 10.000 innerhalb von 24 Stunden, am Wochenende waren es sogar über 11.700.

Daraufhin verschärfte Italien zum dritten Mal in weniger als zwei Wochen die Vorschriften zum Coronaschutz für die rund 60 Millionen Bürger. Wegen steil steigender Ansteckungskurven schränkte die Regierung in Rom die Gastronomie weiter ein. Ministerpräsident Giuseppe Conte sprach von einer "kritischen Lage" und rief die Italiener zu "maximaler Vorsicht" auf, um sich und ihre Mitmenschen vor einer Ansteckung zu schützen.

Auswärtiges Amt setzt Kampanien und Ligurien auf Riskoliste

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Ligurien mit seiner schönen Küste (hier Blick auf den Hafen von Cinque Terre) steht seit kurzem auf der Risikoliste des Auswärtigen Amtes.
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Nach den neuen Vorschriften dürfen in Lokalen höchstens sechs Menschen am Tisch sitzen. Die Sperrstunde für Restaurants und Bars mit Tischservice bleibe bei Mitternacht. Lokale ohne Sitzplätze müssten jedoch nach 18 Uhr den Service einstellen.

Am 7. Oktober hatte Rom eine nationale Maskenpflicht beschlossen, die auch im Freien gilt. Wenig später folgten ein Party-Verbot und die Sperrstunde um Mitternacht.

Das Auswärtige Amt in Berlin hatte mit Kampanien und Ligurien erstmals beliebte Touristenregionen in Italien auf seine Risikoliste gesetzt.

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