Wanderer bricht sich Fußknöchel

Rettung nach 7 Tagen: Treuer Hund beschützt verletztes Herrchen im Wald

Michele und sein Hund Ash wurden nach sieben Tage gerettet.
Michele und sein Hund Ash wurden nach sieben Tage gerettet.
© Corpo Nazionale Soccorso Alpino e Speleologico - CNSAS

22. Februar 2021 - 13:06 Uhr

Bergsteiger wartete eine Woche lang auf Rettung

Wäre sein Hund Ash nicht treu an seiner Seite geblieben, würde ein Bergsteiger aus Triest vielleicht nicht mehr leben. Der 33-jährige Michele brach sich in den italienischen Alpen einen Fußknöchel. Sieben Tage lang wartete er auf Rettung, ehe Helfer ihn und seinen Hund Ash entdeckten. Gerade noch rechtzeitig, wie der Vater des Geretteten glaubt. "Sie fühlten wohl beide, dass die Kraft sie verließ", sagt Paolo Benedet im RTL-Interview.

Fataler Sturz zu Beginn des Trips

Michele, dessen Mutter kurz zuvor gestorben war, machte sich am 10. Februar mit seinem Hund auf zu einer Wandertour in den Bergen. Schon zu Beginn des Trips sei er gestürzt und habe sich einen Knöchel gebrochen, erzählte er später den Rettungskräften. "Dass ich am Leben bin, ist auch Ash zu verdanken", sagte der Bergsteiger, der mit seinem Hund bei niedrigen Temperaturen im Freien ausharrte. Michele wird im Krankenhaus von Udine behandelt. Er hat Erfrierungen erlitten und ist sehr geschwächt.

Italien: Verletzter Bergsteiger hatte keinen Handyempfang

Paolo Benedet, Vater des Bergsteigers, der mit  seinemHund in Italien gerettet wurde
Paolo Benedet ist stolz auf seinen Sohn und dessen treuen Hund.
© RTL

"Der Hund ist für eine Woche nicht von seiner Seite gewichen", erzählt Paolo Benedet über den treuen Vierbeiner, der seinen Sohn beschützte. "Die vollen sieben Tage." Michele habe versucht, ihn zu verjagen. "In der Hoffnung, dass ihn jemand findet und dann die Handynummer anruft, die im Chip registriert ist", erklärt der Vater. In den Julischen Voralpen im Nordosten Italiens hatte das Handy des 33-Jährigen keinen Empfang.

Sein Sohn habe Eis getrunken und die Ruhe bewahrt – zusammen mit dem Hund. "Darauf bin ich wirklich stolz", sagt Paolo Benedet. In der letzten Nacht vor der Rettung hätten sich Hund und Herrchen "dicht aneinander gekuschelt und umarmt". Beide waren, glaubt der Vater, am Ende ihrer Kräfte.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Verlobte des vermissten Bergsteigers schlug Alarm

Bergetter machten sich auf die Suche nach Michele, nachdem dessen Verlobte Francesca nichts von ihm gehört und Alarm geschlagen hatte. Sie fanden ihn und Ash in der Nähe eines Forstweges, zu dem sich der 33-Jährige geschleppt hatte. "Eine kluge Entscheidung", findet Sergio Buricelli, Leiter der Bergrettung von Udine. "Denn so konnten wir ihn eher finden." Buricelli organisierte die Rettungsaktion und suchte im Hubschrauber nach Michele.

Auch als die Retter kamen, wollte Ash sein Herrchen beschützen

Retter bergen Bergsteiger und Hund in Italien
Sergio Buricelli, Leiter der Bergrettung von Udine, organisierte die Rettungsaktion.
© RTL

Selbst als sie sich ihm und dem Hund näherten, habe Ash seinem Herrchen noch treu zur Seite gestanden. "Ash fing an, ganz enorm an zu knurren und die Zähne zu fletschen. Er wollte sein Herrchen verteidigen", berichtet Buricelli. Doch schließlich habe das Tier verstanden, dass sie gekommen waren, um beide zu retten. "Dann ist er auch zu uns sehr liebevoll geworden", sagt der Bergretter. Sie übergaben Ash an Micheles Verlobte.

Eine Rettungsaktion, die auch gestandene Helfer besonders berührt. "Als Bergretter haben wir ja nun auch eine große Erfahrung mit Hunden", erzählt Buricelli. "Aber es war sehr schön, zu sehen, wie glücklich auch der Hund war."