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Italien: Tote Flüchtlinge werden nicht geborgen

Italien: Tote Flüchtlinge werden nicht geborgen

Zu teuer und langwierig

Die Leichen von vermutlich Hunderten Flüchtlingen, die vor etwa einem Monat im Mittelmeer untergegangen sind, sollen nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Italien nicht geborgen werden. "Die Bergung ist für die Ermittlungen nicht notwendig", zitierte 'La Repubblica' den Staatsanwalt von Catania, Giovanni Salvi. Eine solche Aktion sei zu teuer und zu langwierig. "Wenn es die Regierung oder andere aus humanitären Gründen machen wollen, ist das gut."

Das Schiff mit etwa 800 Menschen an Bord war am 18. April vor der libyschen Küste gekentert. Gegen den Kapitän und ein Besatzungsmitglied ermittelt die Staatsanwaltschaft im sizilianischen Catania. Das Wrack hatte die Marine vor Kurzem lokalisiert. Nur rund 24 Leichen waren nach dem Unglück geborgen worden, 28 Menschen überlebten die Katastrophe.

"Die Vorstellung, dass auf dem Grund des Mittelmeers Hunderte Tote liegen, die nicht geborgen werden, weil sie nicht den Ermittlungen dienen, empört mich", sagte Cristopher Hein vom Internationalen Flüchtlingszentrum in Italien laut der Zeitung. Die Frage sei, ob die Staatsanwaltschaft so eine Entscheidung auch getroffen hätte, wenn auf dem Schiff Italiener, Deutsche oder andere Europäer gewesen wären.