Horrorfahrt nach zwölf Tagen zu Ende

Migranten von "Alan Kurdi" auf Quarantäneschiff gebracht

18. April 2020 - 13:11 Uhr

Menschen sind jetzt auf Fähre in Quarantäne

Nach einer zwölftägigen Horrorfahrt sind 146 Migranten sind vom Rettungsschiff "Alan Kurdi" auf eine italienische Fähre in die Quarantäne gebracht worden. Italiens Küstenwache organisierte den Transfer der Menschen vom deutschen Schiff auf die Fähre "Raffaele Rubattino" des privaten Betreibers Tirrenia vor Sizilien, wie die das Verkehrsministerium in Rom mitteilte. An Bord sollten die Menschen auf das Coronavirus getestet werden, erklärte Palermos Bürgermeister Leoluca Orlando. Sie werden vom Roten Kreuz versorgt.

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"Alan Kurdi"-Crew wird auf eigenem Schiff isoliert

Die Crew der "Alan Kurdi" werde auf dem eigenen Schiff isoliert, erklärte der Sprecher der Hilfsorganisation Sea-Eye, Gorden Isler. Er kritisierte, dass die Bundesregierung in Berlin die Organisation aufgefordert habe, Rettungsaktionen einzustellen, weil es derzeit keine Ausschiffungshäfen im zentralen Mittelmeer gebe.

Wegen Corona-Pandemie: Italien will keine Migranten an Land lassen

Italien hatte erklärt, dass man wegen der Corona-Pandemie keine Migranten an Land lassen könne, weil diese nicht gesundheitlich versorgt werden könnten. Die Lage auf dem Schiff spitzte sich deshalb nach Angaben von Sea-Eye zunehmend zu. Ein Mann habe versucht, sich das Leben zu nehmen, teilte die Organisation mit. Ein weiterer habe sich selbst verletzt. Die italienische Küstenwache brachte daraufhin drei von 149 Geflüchteten in Sicherheit.

Migranten und Crew harrten insgesamt zwölf Tage auf dem Schiff aus. Wohin die Geflüchteten nach der Quarantäne kommen, ist unklar. Möglich ist eine Verteilung auf andere EU-Länder.

Vor Italien wartet noch ein spanisches, ziviles Schiff mit rund 40 Menschen an Bord auf Einlass in einen Hafen.

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