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Italien: Kapitänin des Seenotrettungsschiffs wurde festgenommen

"Sea-Watch 3" fuhr unerlaubt nach Lampedusa

Kapitänin des Seenotrettungsschiffs wurde festgenommen

Hier wird Carola Rackete verhaftet
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Hier wird Carola Rackete verhaftet

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Kapitänin festgenommen

Die 31-jährige Kapitänin Carola Rackete wurde am frühen Samstagmorgen festgenommen, nachdem sie mit ihrem Rettungsschiff "Sea-Watch 3" im Hafen Lampedusas anlegte. Das Schiff harrte zwei Wochen auf dem Mittelmeer aus, da sich Italien weigert, Flüchtlinge an Land zu lassen.

Kapitänin überrascht Italien

Carola Rackete, the 31-year-old Sea-Watch 3 captain, is escorted off the ship by police and taken away for questioning, in Lampedusa, Italy June 29, 2019. REUTERS/Guglielmo Mangiapane
Carola Rackete wird von der Polizei vom Schiff eskortiert
/dn, REUTERS, GUGLIELMO MANGIAPANE

Um 1:15 Uhr nahm das Schiff Kurs in Richtung Hafen - und überraschte damit offenbar die italienischen Behörden. Im letzten Moment versuchte ein kleines Boot der Finanzpolizei noch das Festmachen der "Sea-Watch 3" zu verhindern, doch es war zu spät. Der 31-jährigen Kapitänin wird nun vorgeworfen, sie habe einem Kriegsschiff Widerstand geleistet und damit gegen die Schifffahrtsordnung verstoßen.

Außerdem wird ihr Beihilfe zur illegalen Einwanderung vorgeworfen. Für Italiens Regierung sind Rackete und ihr Team Piraten - Kriminelle, die versuchen Afrikaner nach Europa zu schmuggeln. Laut der Nachrichtenagentur Ansa drohen der jungen Kapitänin drei bis zehn Jahre Haft. Vorerst wurde von der Staatsanwaltschaft Hausarrest angeordnet.

Flüchtlinge durften von Bord

Die 40 Flüchtlinge an Bord durften mittlerweile das Land betreten. Was mit ihnen nun passiert ist noch unklar - bisher hatten vier europäische Staaten sich bereiterklärt, die Flüchtlinge aufzunehmen - darunter auch Deutschland. Das Schiff wurde von den Behörden beschlagnahmt.

Bei der Festnahme von Carola Rackete gab es für sie lauten Beifall. In den sozialen Medien wird viel diskutiert und das Verhalten der italienischen Behörden scharf kritisiert. Der Sea-Watch-Vorstand Johannes Bayer teilte bei Twitter mit: "Wir sind stolz auf unsere Kapitänin, sie hat genau richtig gehandelt."

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