Italien: Immer mehr Schleuser nutzen die Not der Flüchtlinge aus

17. Oktober 2014 - 15:23 Uhr

RTL-Reporter Udo Gümpel berichtet aus Italien

Der Strom der Flüchtlinge aus Afrika nach Italien schwillt immer mehr an. Das wissen auch Schleuser, die mit der Not skrupellos Geschäft machen. So sind Deutschland und Schweden bevorzugte Länder für viele Asylsuchende. Zwischen 700 und 1.500 erreichen fast täglich den Mailänder Bahnhof.

Oft bringen Schleuser Flüchtlinge aus Italien nach Deutschland.
Viele der aus Afrika in Italien angekommenen Flüchtlinge versuchen über Schleuser nach Deutschland zu kommen.

Doch dort bleiben möchte fast niemand von ihnen. Für die meist syrischen Familien ist Mailand ist eine Durchgangsstation. "Wir wollen weiter nach Deutschland, nach Berlin. Dort haben wir Angehörige", erklärt ein syrischer Familienvater, der über Ägypten nach Libyen geflohen ist. Mit einem Boot haben sie dann nach Italien übergesetzt.

Aus diesem Grund werden keine Personalien der Flüchtlinge aufgenommen, sie werden nur auf die Unterkünfte verteilt. Die Polizei ignoriert diese Situation. Und das, obwohl Flüchtlinge im ersten Land, das sie in Europa betreten, Asyl beantragen können. "Das sagen wir den Flüchtlingen, aber dann müssen sie selbst entscheiden. Wir sind nicht die Polizei. Wir können niemanden zwingen das zu tun", erklärt Manuela Brienza von der Stadt Mailand.

Kleine Vans warten um die Flüchtlingsunterkünfte

Hier kommen nun die Schlepper ins Spiel. Die Flüchtlinge halten sich nur so lange in Italien auf, bis sie einen gefunden haben, der sie weiter in Richtung Norden bringt. Sie sind auf die Schleuser angewiesen, die ihnen mehrere hundert Euro pro Person für ihren Dienst abknöpfen.

Um die Flüchtlingsunterkünfte herum stehen kleine Vans – sobald ein Deal ausgehandelt ist, brechen sie auf.