Blitzer liefert irres Messergebnis

Ford soll 703 km/h schnell gefahren sein

Mit 703 km/h soll eine Autofahrerin in Italien mit ihrem Ford Focus durch eine 70er-Zone gerast sein.
© dpa, Patrick Seeger, pse wst hpl sab

11. Juli 2020 - 11:43 Uhr

Halbe Schallgeschwindigkeit in der 70er-Zone

Mit 703 km/h soll eine Autofahrerin in Italien mit ihrem Ford Focus durch eine 70er-Zone gerast sein. Anders ausgedrückt: mit mehr als der halben Schallgeschwindigkeit. Dass mit diesem Blitzer etwas nicht stimmen kann, zog die zuständige Behörde in der Provinz Ancona offenbar nicht in Betracht. Und schickte der vermeintlichen Raserin einen Bußgeldbescheid über 863,60 Euro.

Mega-Knöllchen und ein satter Punkteabzug

Bußgeldbescheid: Autofahrerin soll in Italien mit 703 km/h durch 70er-Zone gerast sein
Dieser Bußgeldbescheid flatterte der verdutzten Autofahrerin ins Haus.
© Giovanni Strologo/Facebook

Fünf Prozent Fehlertoleranz seien von der gemessenen Geschwindigkeit bereits abgezogen worden, als der verdutzten Halterin das Mega-Knöllchen ins Haus flatterte, berichtet "auto motor und sport". 703 statt der erlaubten 70 km/h: Das gibt nach italienischem Recht zusätzlich einen satten Abzug von zehn Punkten vom Verkehrspunktekonto (kann maximal 30 Guthabenpunkte aufweisen).

Sind veraltete Blitzer in Italien das Problem?

Jetzt hofft die angebliche Temposünderin, dass ihre Strafe annulliert wird. Die Dame solle besser bezahlen und dann eine Entschädigung einklagen, empfiehlt Ex-Stadtrat Giovanni Strologo dem Bericht zufolge auf seiner Facebook-Seite. Schließlich habe die örtliche Polizeibehörde ihre Sorgfaltspflicht verletzt. Strologo kämpft demnach seit Jahren gegen veraltete Blitzer, die bei den Messungen immer wieder falsche Messergebnisse produzieren.