Italien: Eigene Küstenwache darf nicht in Hafen einlaufen – 177 Migranten sitzen vor Lampedusa fest

Seit über 48 Stunden müssen die Bootsflüchtlinge auf einem Schiff der italienischen Küstenwache ausharren (Symbolbild).
Seit über 48 Stunden müssen die Bootsflüchtlinge auf einem Schiff der italienischen Küstenwache ausharren (Symbolbild).
© dpa, Alberto Saiz, AS tba

19. August 2018 - 11:02 Uhr

Menschen seit über zwei Tagen auf Schiff der Küstenwache festgesetzt

190 Bootsflüchtlinge gerieten im Mittelmeer in Not und wurden deshalb von der italienischen Küstenwache an Bord der "Diciotti" genommen. Doch jetzt darf das Schiff nicht mehr in den Hafen Lampedusas einlaufen. Italiens Innenminister Matteo Salvini macht weiter mit seiner Politik der geschlossenen Grenzen. Und schon wieder streitet sich Italien mit Malta darüber, wer für im Mittelmeer gerettete Flüchtlinge zuständig ist. Währenddessen müssen die Menschen auf der "Diciotti" seit mehr als zwei Tagen ausharren. 

Bootsflüchtlinge dürfen nicht an Land

Die Bootsflüchtlinge seien in maltesischen Gewässern gerettet worden, argumentiert Salvini nach Angaben von "n-tv.de". Das bestätigten die maltesischen Behörden zwar, erklärten aber auch, die Migranten hätten jede Hilfe verweigert und weiter Kurs Richtung Lampedusa genommen. Schließlich nahm die italienische Küstenwache die insgesamt 190 Menschen auf. 13 der Geretteten wurden direkt in ein Krankenhaus in Lampedusa eingeliefert, die weiteren 177 durften von der "Diciotti" aber nicht an Land gebracht werden.

Nicht der erste Streit zwischen Italien und Malta in der Flüchtlingsfrage

Der rechtspopulistische Matteo Salvini von der Partei "Lega Nord" fährt seit seinem Amtsantritt als Innenminister im Juni einen harten Kurs in der Flüchtlingsfrage. Schon im Juli hatte sich die italienische Regierung zunächst geweigert, 450 Bootsflüchtlinge an Land gehen zu lassen, die von der "Diciotti" zwischen Lampedusa und Malta gerettet worden waren: Die Regierung wies die Besatzung an, das Flüchtlingsboot nur aus der Ferne zu beobachten und darauf zu warten, dass Malta sich um die Migranten kümmere. Erst nach drei Tagen erlaubte ihnen Salvini, auf Sizilien an Land zu gehen. Zuvor hatten ihm andere EU-Ländern zugesagt, einen Teil der Flüchtlinge aufzunehmen.