Türkische Polizei wird nach Droh-Video aktiv

Er bedrohte deutsche Polizisten mit dem Tod: Clan-Chef Sanger Ahmadi in Istanbul festgenommen

11. Oktober 2021 - 10:35 Uhr

Hass-Video: "100 Afghanen werde ich auf Euch hetzen"

Clan-Chef Sanger Ahmadi bedrohte deutschen Polizisten mit dem Tod. "100 Afghanen, die auf der Abschiebe-Liste sitzen, werde ich auf Euch hetzen", wütete der 35-Jährige in einem Video. Nun wurde Ahmadi offenbar in der Türkei festgenommen. Zum Verhängnis scheint ihm ein eigener Fehler geworden zu sein.

Sanger Ahmadi: Social Media verrät den Clan-Chef

Ahmadi ist in den sozialen Medien äußerst aktiv. Auch in den vergangenen Tagen und Wochen veröffentlichte der Clan-Boss jede Menge Fotos und Videos auf seinem Instagram-Kanal. In einigen davon war zu erkennen, dass Ahmadi sich in Hotels in der türkischen Stadt Istanbul aufhält. Daraufhin wurden die türkischen Behörden aktiv.

"Nachdem festgestellt wurde, dass Ahmadi in seinen Social-Media-Beiträgen in der Türkei war, leitete die Generalstaatsanwaltschaft Bakırköy ein Ermittlungsverfahren ein", berichtet "CNN Türk". "Die Teams der Spezialeinheit gegen organisierte Kriminalität der Polizei von Istanbul stellten fest, dass Sanger Ahmadi in einem Hotel in Bahçelievler übernachtete", so der Sender weiter.

In der Nacht auf Samstag sei Ahmadis Hotel von der Istanbuler Polizei durchsucht worden. Dabei wurde er offenbar gemeinsam mit vier weiteren Clan-Mitgliedern verhaftet.

Sanger Ahmadi wurde 2017 nach Afghanistan abgeschoben

Ahmadi war unter anderem Chef der kriminellen Rocker-Bande "Lions Cartel". In Deutschland wurden ihm zahlreiche Verbrechen – darunter unter anderem Vergewaltigung, Erpressung und gefährliche Körperverletzung – vorgeworfen. 2017 war er deshalb aus Deutschland nach Afghanistan abgeschoben worden.

In dem Video, das die "Bild" veröffentlichte, drohte Ahmadi damit, Polizeibeamte und auch Mitglieder der Spezialeinheit SEK ermorden zu lassen, sofern diese weiter gegen das "Lions Cartel" vorgehen sollten. Der Clip sorgte in deutschen Sicherheitskreisen für Unruhe – vor allem, weil Ahmadi in seinem Video auch Insider-Wissen über interne Polizei-Gliederungen offenbarte.

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Droht dem Clan-Boss die Auslieferung nach Deutschland?

Kurz nach der Veröffentlichung des Videos ruderte Ahmadi via Instagram zurück: In mehreren neu aufgenommenen Videos erklärte der 35-Jährige, falsch verstanden worden zu sein und entschuldigte sich für seine Worte.

Aktuell soll Ahmadi in Istanbul von der Polizei verhört werden. Welche Verbrechen ihm in der Türkei genau vorgeworfen werden und ob ihm die Auslieferung nach Deutschland droht, ist aktuell noch unklar. (jda)