Zehntausende gehen auf die Barrikaden

Ist das Abi zu schwer für die Schüler?

06. Mai 2019 - 13:57 Uhr

Schüler machen gegen Abi-Mathe-Prüfung mobil

Hunderttausende Schüler kämpfen sich in diesen Tagen durch die Abiturprüfungen. Dass sie über zu schwere Aufgaben klagen, ist nichts Neues. Dass aber Zehntausende auf die Barrikaden gehen, passiert nicht alle Tage. In mehreren Bundesländern haben Schüler Online-Petitionen wegen der angeblich zu schweren Abiturprüfung im Fach Mathematik gestartet. Eine Debatte ist entbrannt. 

Schüler beschweren sich über den Schwierigkeitsgrad

Hamburger Schüler haben nach der Mathematik-Abiturprüfung am Freitag die erste Online-Petition gestartet, die sich an die Behörde für Schule und Berufsbildung richtet. Darin heißt es, die Anforderungen seien nicht erfüllbar gewesen. Auch im Saarland, in Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Niedersachsen machen sie mobil. "Zu schwer, ein zu hoher Erwartungshorizont, zu wenig Zeit und allgemein im Vergleich viel schwieriger als die vorigen Abiturprüfungen", heißt es.

Die bayerischen Schüler bitten in ihrer Petition, den Notenschlüssel des Mathematik-Abiturs in Bayern 2019 zu senken und dem Schwierigkeitsgrad anzupassen. Begründet wird dies mit Aufgabenstellungen, die vorher kaum einer gesehen habe, dies betreffe vor allem Geometrie und Stochastik. Bayerns Kultusminister Michael Piazolo kündigte eine Überprüfung an.

Bis zum Montagmorgen hatten allein in Bayern mehr als 60.000 Menschen die Online-Petition unterschrieben.

Schüler kriegen Unterstützung

Nicht nur die Schüler melden sich zu Wort, auch Lehrer unterstützen das Anliegen. Nach Ansicht des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands hatten die Abiturienten zu wenig Zeit bei der Bewältigung der Prüfungen. Diesen Eindruck teilten mehrere Lehrer, sagte Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands sieht allerdings keine Anzeichen dafür, dass die Aufgaben zu schwierig waren. "Im Internet lässt sich Erregung sehr schnell mobilisieren. Deshalb sollten wir abwarten", sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der "Rhein-Neckar-Zeitung".