Ermittlungen wegen Volksverhetzung und Bedrohung

Haftbefehl gegen Attila Hildmann? Rechtsextremer Koch soll abgetaucht sein

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24. Februar 2021 - 13:42 Uhr

Attila Hildmann: Vom Koch zum rechten und antisemitischen Verschwörungsideologen

Vegan-Koch Attila Hildmann macht seit Beginn der Corona-Krise mit kruden Verschwörungsideologien und rechtsextremen Ansichten von sich reden. Schon seit Längerem ermitteln wegen einiger Aussagen bei Anti-Corona-Demos und auf seinem Telegram-Kanal die Berliner Behörden gegen ihn – ihm wird Volksverhetzung, Beleidigung und Bedrohung vorgeworfen. Nach Medienberichten ist Hildmann jetzt abgetaucht und wird per Haftbefehl gesucht. Pikant: Hildmann wusste wohl selbst mit als erstes davon.

Mehrere Medien berichten über Haftbefehl - LKA soll fahnden

Am Montag postete Hildmann, gegen ihn liege ein Haftbefehl vor. Auch die "B.Z." und der "Spiegel" berichtete unter Berufung auf Polizeikreise, dass ein solcher gegen Hildmann vorliege. Gegenüber dem "Tagesspiegel" wollte das die Staatsanwaltschaft weder bestätigen noch dementieren. Ein Sprecher sagte, die Behörde äußere sich im Allgemeinen nicht zu "noch nicht vollstreckten Haftbefehlen".

Doku zum Phänomen "Verschwörungstheorien"

Doku zum Phänomen "Verschwörungstheorien"

Nach Informationen des Magazins "Der Spiegel" soll Hildmann seit Anfang Februar nicht mehr aufzufinden sein – jetzt werde sogar vom LKA nach ihm gefahndet. Hildmann selbst schreibt auf seinem Telegram-Kanal, dass er im Urlaub sei. Wie er von dem Haftbefehl gegen ihn bereits so früh erfahren hat, ist unklar – das könnte zum Problem für die Behörden werden.

Hildmann ruft zur Kundgebung gegen Haftbefehl auf - fast keiner kommt

Laut "Tagesspiegel" rief Hildmann am Montag außerdem seine Unterstützer dazu auf, vor dem Gebäude der Staatsanwaltschaft Berlin in Moabit auf, die Rücknahme des angeblichen Haftbefehls zu fordern. Dem Bericht zufolge erschienen jedoch nicht einmal zehn Menschen zur "Kundgebung" – während Hildmann auf Telegram über Hunderttausend folgen.

Langwierige Ermittlungen: Behörden überprüfen 1.000 Aussagen Hildmanns einzeln

Im November wurde Hildmanns Wohnung in Brandenburg durchsucht und auch einige Beweismittel beschlagnahmt. Die Ermittlungen gegen den Kochbuchautoren gehen seitdem aber nur schleppend voran, nach eigenen Angaben überprüfen die Behörden über 1.000 Aussagen einzeln. "Das sind intensive, umfangreiche und zeitaufwendige Ermittlungen", sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Dienstag. "Die Auswertung der Beweismittel dauert an." Eine der Festplatten soll demnach so stark beschädigt sein, dass die Daten nicht ausgelesen werden könnten, eine weitere sei offenbar durch ein Passwort so geschützt, dass Ermittler sie nicht öffnen könnten.