27. Dezember 2017 - 20:55 Uhr

Nächster Halt: Donald-Trump-Station

Dass Donald Trump und Israel eine besondere Beziehung zueinander haben, ist kein Geheimnis. Nur sind die Ideen, die der US-Präsident und israelische Politiker gemeinsam entwickeln, oft nicht förderlich für das friedliche Zusammenleben der Israelis mit den Palästinensern. Zuletzt löste Donald Trumps Entscheidung, die US-Botschaft aus Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen, Unruhen im Nahen Osten aus. Nun will Israel Trump für diese Geste belohnen - Zündstoff für neue Proteste?

Die "Donald John Trump Station" soll nahe der Klagemauer entstehen

Israels Transportminister Israel Katz kündigte an, Donald Trump für "seine mutige und historische Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt des Staates Israel anzuerkennen" zu belohnen. Ein geplanter Bahnhof nahe der Klagemauer in Jerusalems Altstadt soll nach Trump benannt werden.

Im Oktober hatte Katz bereits eine riesige Tunnelbohrmaschine in Tel Aviv nach der UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley benannt. Er begründete dies mit Haleys Einsatz für Israel in den Vereinten Nationen.

Die "Donald John Trump Station" solle im jüdischen Viertel in der Nähe der Klagemauer gebaut werden, der heiligsten Stätte des Judentums, sagte Katz, der auch Geheimdienstminister ist, laut einer Mitteilung des Verkehrsministeriums vom Mittwoch. Es handele sich um die Verlängerung einer neuen Bahnstrecke, die Tel Aviv und Jerusalem künftig in nur noch 28 Minuten verbinden soll. Diese Verlängerung bis zur Klagemauer sei "das wichtigste nationale Projekt, das gegenwärtig vom Transportministerium vorangetrieben wird".

Donald Trump-Bahnhof als Endhaltepunkt der Verbindung Tel Aviv - Jerusalem

Trump hatte die Klagemauer im Mai besucht. Nach Angaben von Arye Shalicar, Berater von Katz, wird mit der Einweihung der Trump-Station in bis zu fünf Jahren gerechnet. Die Bahnstrecke von Tel Aviv nach Jerusalem, deren Bau rund sieben Milliarden Schekel (1,7 Milliarden Euro) kostet, solle Ende März 2018 fertig sein. 

Die Klagemauer ist die am häufigsten besuchte Stätte in Israel. Rund elf Millionen Juden und Touristen aus aller Welt besuchen jährlich die Mauer am Fuße des Tempelbergs, den Muslime Al-Haram al-Scharif (Das edle Heiligtum) nennen.