Orthodoxer Israeli findet Schwulsein unnatürlich

Schulen laufen gegen homophoben Minister Sturm

Mehrere Schulen haben gegen schwulenfeindliche Äußerungen des israelischen Erziehungsministers Rafi Perez protestiert.
© dpa, Ronen Zvulun, frd gfh

12. Januar 2020 - 12:44 Uhr

Unterrichtsstunden zum Thema Toleranz

Mehrere israelische Schulen haben am Sonntag gegen Äußerungen des nationalreligiösen Erziehungsministers protestiert, der Homosexualität indirekt als unnatürlich eingestuft hatte. Einige Einrichtungen hielten Unterrichtsstunden zum Thema Toleranz ab, wie Medien berichteten. Auch schwule und lesbische Lehrer hätten protestiert.

Rafi Perez' Kinder sind "Gott sei Dank" nicht schwul

Erziehungsminister Rafi Perez, ein orthodoxer Rabbiner, hatte in einem am Freitag veröffentlichten Interview auf die Frage geantwortet, was er tun würde, wenn eines seiner Kinder eine "andere sexuelle Ausrichtung" hätte: "Gott sei Dank sind meine Kinder auf natürliche und gesunde Weise aufgewachsen. Sie bauen ihre Häuser auf der Basis jüdischer Werte." Als normale Familie definierte er eine "mit Mann und Frau".

Im vergangenen Jahr hatte der Minister von der Siedlerpartei bereits mit Äußerungen über die "Umpolung" Homosexueller für Empörung gesorgt. Er sprach sich damals für umstrittene Konversionstherapien für Homosexuelle aus, rückte aber nach heftigen Protesten wieder davon ab.

Schwuler Justizminister verurteilt Äußerungen

Israels offen schwuler Justizminister Amir Ochana verurteilte auch Peretz' neue Äußerungen und schrieb bei Twitter, sie spiegelten nicht die Position der Regierung wider. "Ich bin in einer gesunden, guten und liebenden Familie aufgewachsen, und so wachsen auch meine Kinder und die Kinder vieler Homosexueller im ganzen Land auf, die sich auf dem ganzen politischen Spektrum befinden."