Israel: Frau lässt totem Sohn Sperma entnehmen und zeugt ein Enkelkind

07. Februar 2017 - 13:21 Uhr

Direkt nach dem Tod ließ die Mutter Sperma entnehmen

Dieser Fall sorgte weltweit für Schlagzeilen: Rachel Cohens Sohn war erst 20 Jahre alt, als er starb. Keywan kämpfte als israelischer Soldat im Krieg und wurde getötet. Um über den Verlust des geliebten Sohns hinwegzukommen, beschloss Rachel etwas Ungewöhnliches.

Weil sie sich sicher ist, dass ihr Sohn Kinder gewollt hätte, ließ sie seiner Leiche kurz nach seinem Tod Sperma entnehmen, um damit ein Enkelkind zu zeugen. Doch damit begann die unglaubliche Geschichte erst so richtig.

Der Sohn hatte nämlich kein Testament hinterlassen, in dem er seinen Kinderwunsch festgehalten hatte. Darum durfte Rachel das Sperma zunächst nicht verwenden. Sie ließ es einfrieren und kämpfte fünf Jahre vor Gericht, um endlich Großmutter werden zu können. Darf man mit dem Sperma eines Toten ein Kind zeugen? Bei dieser Frage scheiden sich die Geister. Doch die trauernde Mutter ist sich sicher: Ihr Sohn hätte es so gewollt.

Das Kind soll ihr helfen, den Schmerz zu verarbeiten

"Ich hielt ein Foto von ihm in der Hand. Und als ich es so anguckte, hab ich zu ihm gesagt: Was bleibt von dir übrig? Wie kann ich etwas von dir behalten? Und da hörte ich ihn sagen: Mama, es ist nicht zu spät. Du kannst ja noch meine Kinder bekommen", erzählt die Frau. Kurz vor seinem Tod soll er zu ihr noch gesagt haben, dass er heiraten und Kinder bekommen wolle.

Dann endlich fiel das weltweit einmalige Urteil: Rachel darf das Sperma ihres Sohnes verwenden. Sofort machte sie sich auf die Suche nach einer Leihmutter und wird am Ende dank einer Zeitungsanzeige fündig. Dann folgten acht erfolglose Befruchtungsversuche, bis es beim neunten Mal endlich klappte.

Heute kann Rachel die Tochter ihres Sohns in den Armen halten. Um ihn trauert sie zwar immer noch, aber das Kind hilft ihr, den Schmerz über den Verlust zu verarbeiten. In ihrer Enkelin erkennt sie Keywan wieder. Und das ist für Rachel das schönste Geschenk.