Ergebnis nach nur einer Minute

Israelische Forscher entwickeln Corona-Blitztest

Ein Screenshot aus dem Video der Ben-Gurion Universität zeigt, wie der Corona-Atemschnelltest bald funktionieren könnte.
© Israel Ministry of Foreign Affairs

01. Juni 2020 - 14:02 Uhr

Atemtest soll Kontrollen beschleunigen

Wissenschaftler der Ben-Gurion-Universität des Negev in Israel haben einen Atem-Schnelltest entwickelt, der innerhalb einer Minute anzeigen soll, ob jemand mit dem Coronavirus infiziert ist oder nicht. Wird der sogenannte "Breathalyser" zugelassen, sollen damit pro Gerät bis zu 4.000 Leute am Tag an Flughäfen, in Unternehmen oder auf Kreuzfahrtschiffen getestet werden können.

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Kein Abstrich nötig

Bisher ist für einen zuverlässigen Corona-Test ein Abstrich aus dem Mund-Nasen-Rachenraum nötig. Dieser wird im Labor untersucht und liefert nach etwa vier bis fünf Stunden ein Ergebnis; die getestete Person erfährt es allerdings erst nach etwa ein bis zwei Tagen.

Der Schnelltest, den Professor Gabby Sarusi und sein Team entwickeln, soll diese Zeit drastisch verkürzen. Dafür machen sich die Wissenschaftler elektromagnetische Wellen zunutze: Der "Breathalizer" – nicht größer als eine E-Zigarette – enthält einen Chip mit speziellen Sensoren, auf dem kleinste Partikel aus der hineingeatmeten Luft haften bleiben. "Wir haben uns gefragt: Wenn dieses Virus im Hinblick auf Größe und elektrischen Eigenschaften genau wie ein Nanopartikel ist, können wir ihn dann mit Methoden aus der Welt der Physik, Photonik und Elektrotechnik aufspüren?", erklärt Sarusi in der Pressemitteilung der Ben-Gurion Universität.

Forscherteam hofft auf Start im September

Die Antwort sei ja: Das Virus schwinge in einer bestimmten Frequenz und könne mit einem sogenannten Spektrometer leicht sichtbar gemacht werden. "Wir scannen den Chip für etwa 20 Sekunden, dann kommen zwei Sekunden mathematische Berechnungen und anschließend können wir sagen, ob wir einen Corona-Träger haben oder nicht", so Sarusi.

Laut der Universität hat der Test eine Genauigkeit von 90 Prozent. Das Team um Sarusi will ihn innerhalb der nächsten Wochen validieren und erwartet dann die Zulassung durch die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) innerhalb eines Monats. Sarusi hofft, im September oder Oktober mit der Produktion der Systeme beginnen zu können.

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