Israel bombardiert Konvoi in Syrien

31. Januar 2013 - 20:36 Uhr

Konvoi soll Waffen für libanesische Hisbollah an Bord gehabt haben

Israel hat erstmals aktiv und mit militärischer Gewalt in den seit 22 Monaten wütenden syrischen Bürgerkrieg eingegriffen. Wie amerikanische Regierungsbeamte bestätigten, gab es am Mittwoch einen israelischen Raketenangriff in Syrien. Mit Kampfjets sei die Luftwaffe in syrischen Luftraum eingedrungen und habe nahe der Hauptstadt Damaskus einen Konvoi bombardiert. Dieser sei mit hochmodernen Flugabwehrwaffen auf dem Weg zur Hisbollah-Miliz im Libanon gewesen, berichtete die 'New York Times'.

Israel, Angriff, Syrien
Israel hat erstmals aktiv und mit militärischer Gewalt in den seit 22 Monaten wütenden syrischen Bürgerkrieg eingegriffen.
© picture alliance / landov, YIN DONGXUN

Israel habe die USA über seine Attacke informiert, schrieb die Zeitung unter Berufung auf namentlich nicht genannte US-Informanten. Es war der erste israelische Luftangriff auf syrischem Gebiet seit 2007. Experten fürchten, dass sich der Bürgerkrieg auf die Region ausweiten könnte. Von der israelischen Regierung gab es keinen Kommentar.

Das syrische Regime hatte die israelische Luftwaffe beschuldigt, Ziele nahe der Hauptstadt Damaskus bombardiert zu haben. Die Kampfjets hätten ein Forschungszentrum für militärische Zwecke attackiert, hieß es in der von syrischen Staatsmedien verbreiteten Erklärung.

Arabische Liga verurteilt Angriff

Die libanesische Hisbollah warf Israel vor, Teil einer "Verschwörung" gegen Syrien zu sein. Der Angriff mache deutlich, dass es darum gehe, Syrien und seine Armee zu zerstören, um die "Achse des Widerstands" zu brechen, erklärte die Schiitenpartei.

Die Arabische Liga verurteilte den israelischen Luftangriff mit scharfen Worten. Generalsekretär Nabil al-Arabi erklärte, mit diesem brutalen Akt auf syrischem Territorium missachte Israel erneut die Souveränität eines arabischen Staates. Dies sei ein klarer Verstoß gegen internationales Recht.

Russland, einer der letzten der syrischen Verbündeten, äußerte sich besorgt über die Attacke. Sollten die Informationen stimmen, wäre dies eine grundlose Attacke auf einen souveränen Staat, hieß es aus Moskau.

Der israelische Sicherheitsexperte Shlomo Brom vom Institut für Nationale Sicherheitsstudien (INSS) in Tel Aviv sagte, Israel habe Syrien vorher eindeutig vor Waffenlieferungen an die pro-iranische Hisbollah gewarnt. "Aber sie haben es trotzdem versucht." Es sei schwer zu sagen, zu welchem Zeitpunkt der israelische Angriff kam - ob die Lieferung noch im Vorbereitungsstadium oder bereits unterwegs war. Israel habe entweder einen Transport oder ein sogenanntes Forschungszentrum oder auch beide angegriffen.