Israel baut Grenze durchs Meer: "Einmalig auf der Welt"

Der Strand in Zikim: Hier wird die Grenze gebaut. Im Hintergrund ist der Gaza-Streifen zu sehen.
Der Strand in Zikim: Hier wird die Grenze gebaut. Im Hintergrund ist der Gaza-Streifen zu sehen.
© deutsche presse agentur, picture alliance/ZUMA Press, Nir Alon

30. Mai 2018 - 11:03 Uhr

Eindringlinge aus dem Gaza-Streifen sollen abgewehrt werden

Von Rune Weichert

Israel hat mit dem Bau einer Grenzmauer durch das Meer begonnen. Somit sollen Angreifer, die über das Meer nach Israel kommen wollen, daran gehindert werden, israelischen Boden zu betreten. Das gab das Verteidigungsministerium bekannt.

Genaue Länge, Breite und Tiefe der Anlage sind geheim

Der Bau der Grenze begann wenige Kilometer nördlich von der Grenze zum Gaza-Streifen bei der Gemeinde Zikim am Strand. Verteidigungsminister Avigdor Lieberman bezeichnete die Grenze als "einmalig auf der Welt." Sie werde effektiv jede Möglichkeit unterbinden, über den Seeweg nach Israel zu gelangen, so Lieberman laut der israelischen Zeitung Haaretz.

Die genaue Länge, Breite und Tiefe der Anlage hält das Verteidigungsministerium geheim, sagt RTL-Israel-Korrespondentin Raschel Blufarb: "Experten des israelischen Verteidigungsministerium sagen aber, dass die Sperranlage soweit ins Meer reinragen wird, dass es Terroristen nicht schaffen können, soweit rauszuschwimmen, um die Sperranlage zu 'umschwimmen' und nach Israel vorzudringen ohne entdeckt zu werden."

"Froschzellen" der Hamas als Grund

Die Entscheidung für den Bau fiel bereits 2014, als im letzten Gaza-Krieg sogenannte "Froschzellen der Hamas" es schafften, durchs Meer, über den Strand von Zikim auf israelisches Territorium vorzudringen. Diese Eindringlinge wurden dann vom israelischen Militär liquidiert. Mit dem Bau der Grenzanlage will die Regierung solche Vorfälle in Zukunft vermeiden.

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Grenzbau verstößt nicht gegen internationales Recht

Raschel Blufarb
RTL-Israel-Korrespondentin Raschel Blufarb.
© RTL, unbekannt

Laut israelischen Informationen werde die Grenzanlage innerhalb israelischen Gewässers gebaut, womit sie nicht gegen internationales Seerecht verstoßen würden. In Israel stößt der Grenzbau auf breite Unterstützung: "In Israel herrscht sowohl auf politscher als auch auf ziviler Ebene Konsens darüber, dass die Bevölkerung vor Terror jeglicher Art geschützt werden müsse. Diese und andere Vorkehrungsmaßnahmen werden also unterstützt", berichtet Raschel Blufarb.

Weitere Maßnahme gegen Angriffe aus dem Gaza-Streifen

A picture taken on May 29, 2018 shows fishing boats carrying a group of Palestinian activists who are protesting and perhaps trying to breach Israel's naval blockade on Gaza, setting to sail from Gaza City harbour. The Gaza Strip has been under Israe
Bewohner des Gaza-Streifens protestieren mit Booten gegen die Maßnahmen Israels.
© deutsche presse agentur, picture alliance / NurPhoto, Majdi Fathi

Die Grenzmauer durchs Meer wird zeitgleich mit einer unterirdischen Grenze gebaut, die verhindern soll, dass Angriffstunnel nach Israel gebaut werden. In den letzten Monaten wurden bereits 10 solcher Tunnel zerstört. Ob solche Maßnahmen wie die Grenzanlage im Meer effektiv sind, ist laut Raschel Blufarb noch ungewiss: "Ob dieser Zaun letztlich wirklich nützlich ist, wird sich erst im Kriegsfall zeigen, wenn Terrorzellen versucht werden nach Israel vorzudringen und an der Sperranlage scheitern oder auch nicht. Auch die Hamas oder der islamische Djihad, zweitstärkste Militärmacht in Gaza, arbeiten ja permanent an neuen Strategien."

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