26. Juli 2017 - 15:00 Uhr

Unterstützung der islamistischen Terrormiliz Jamwa

Sven Lau ist einer der bekanntesten deutschen Islamisten. Von Deutschland aus soll er die Islamisten-Miliz Jamwa in Syrien unterstützt haben. Nach über zehn Monaten fiel nun das Urteil im Oberlandesgericht in Düsseldorf: Der 36-Jährige muss für fünfeinhalb Jahren ins Gefängnis.

Verbindungen zu IS-Terroristen

Salafistenprediger Sven Lau (dpa)
Der angeklagte Salafistenprediger Sven Lau steht am 25.04.2017 in Düsseldorf vor Prozessbeginn im Gerichtssaal (dpa)
© dpa, Federico Gambarini, fg pil

Die Vorwürfe an Sven Lau reichen bis ins Jahr 2013 zurück. Es geht um die Unterstützung der terroristischen Vereinigung Jamwa, einer islamistischen Miliz. JAMWA steht für 'Armee der Auswanderer und Helfer'. Der islamistischen Miliz gehörten in Syrien bis zu 750 Kämpfer an – darunter auch eine Kampfeinheit mit Islamisten aus Deutschland. Die Miliz kämpfte gegen syrische Regierungstruppen und kurdische Einheiten. Der von Lau unterstützte Jamwa-Flügel hatte sich später der Terrormiliz Islamischer Staat angeschlossen.

Nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft hat der 36-Jährige die islamistische Terrormiliz Jamwa in Syrien mit Personal, Ausrüstung und Geld unterstützt. Die Behörde hat am Düsseldorfer Oberlandesgericht sechseinhalb Jahre Haft gegen Lau beantragt. Dessen Verteidiger fordert einen Freispruch.

Scharia-Polizist und Salafistenprediger

Sven Lau zählt zu den bekanntesten Gesichtern des radikalen Islam in Deutschland. Der 36-Jährige stammt aus Mönchengladbach und ist zum Islam konvertiert. Er war Anführer des salafistischen Vereins 'Einladung zum Paradies' auf, der sich 2011 auflöste. Ein Gutachter sagte, Lau hätte aufgrund seiner "emotionalen Rhetorik" eine "hohe suggestive Wirkung" auf junge Muslime gehabt.

Der Konvertit gilt auch als Initiator der 'Scharia-Polizei' in Wuppertal. Bis zu seiner Festnahme im Dezember 2015 lebte Lau im Süden Düsseldorfs, der 36-Jährige hat fünf Kinder.