Islamisten überfallen Hochschule im Nordosten Nigerias und töten 40 Studenten

Der örtliche Polizeikommissar vermutet, dass Boko Haram hinter der Bluttat steckt.
Der örtliche Polizeikommissar vermutet, dass Boko Haram hinter der Bluttat steckt.
© picture alliance / ZUMAPRESS.com, Li Jing

25. Februar 2014 - 20:28 Uhr

Gruppen von Studenten regelrecht hingerichtet

Schreckliche Bluttat im Nordosten Nigerias: Militante Islamisten haben eine Landwirtschaftsschule überfallen und dabei mindestens 40 Studenten getötet. Dies berichtete der Krankenhausdirektor in dem Ort Damaturu, Garba Fika. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton verurteilte den "den entsetzlichen Terroranschlag" auf Kinder und Studenten scharf.

Augenzeugen zufolge stürmten die Angreifer mitten in der Nacht zum Sonntag einen Schlafsaal und zerrten Studenten ins Freie, wo sie sie den Angaben nach anschließend regelrecht hinrichteten. Weitere Studenten erschossen sie demnach, als diese zu fliehen versuchten. "Sie packten die Studenten draußen in Gruppen, eröffneten das Feuer und töteten eine Gruppe. Dann gingen sie zur nächsten Gruppe und töteten sie. Es war so schrecklich", sagte einer der Überlebenden. Der zuständige Polizeikommissar Sanusi Rufai sagte, er vermute, dass Boko Haram hinter dem Angriff stecke. Details nannte er nicht.

Die EU zeigte sich tief bestürzt über das feige Attentat und betonte, " fest an der Seite Nigerias im Kampf gegen den Terrorismus zu stehen". Zugleich verwies die EU-Außenbeauftragte Ashton auf die Bedeutung der Gesetze und den Schutz der Menschenrechte. Die nigerianischen Sicherheitskräfte werden von Kirchen und Menschenrechtsorganisationen beschuldigt, mit unverhältnismäßiger Härte und Brutalität im Kampf gegen die Terroristen vorzugehen.

Bis Sonntagmittag waren der 'Daily Times' zufolge Rettungskräfte noch damit beschäftigt, Opfer in den teilweise zerstörten Gebäuden zu bergen. Der Gouverneur des Bundesstaates Yobe, Ibrahim Gaidam, besuchte im Krankenhaus Verletzte des Angriffs. Viele Studenten flohen aus Angst vor weiteren Angriffen zu ihren Familien.

Erst vor zwei Wochen waren die Schulen in Yobe nach über zwei Monaten wieder geöffnet worden. Denn zuvor waren bei einem weiteren Angriff auf eine Schule 29 Schüler und drei Lehrer getötet worden. "Wir haben nach all diesen Angriffen große Angst, unsere Kinder wieder in die Schule zu schicken", sagte ein Vater.

Boko Haram kämpft für islamischen Gottesstaat

Für den Terrorismus in Nigeria ist seit Jahren vor allem die radikalislamische Sekte Boko Haram verantwortlich. Die Extremisten kämpfen für einen islamischen Gottesstaat. Sie haben sich seit 2009 zu zahlreichen Anschlägen auf christliche und staatliche Einrichtungen sowie Zivilisten bekannt. Die Zahl der Opfer geht in die Tausende.

Boko Haram hat in diesem Jahr ausdrücklich Schulen und Universitäten als Angriffsziele benannt. Schüler und Studenten unterstützten die Sicherheitskräfte und die Zentralregierung "in dem Krieg gegen uns", so die Begründung von Boko Haram-Sprecher Abu Zinnira in der 'Daily Times' zufolge.

Vergangene Wochen waren ein Pfarrer und seine zwei Kinder in seiner Kirche in dem Ort Dorawa in Yobe von Extremisten erschossen worden. Dies hatten die Provinzbehörden bestätigt. Die Islamisten hatten nach der Tat die Kirche und zwei weitere Häuser in Brand gesetzt. Allein im nördlichen Bundesstaat Borno kamen seit Mitte September bei Islamistenangriffen sowie Kämpfen mit Regierungstruppen nach Berichten von Kirchen und Menschenrechtsorganisationen mehr als 200 Menschen ums Leben.