Von Kurden umzingelt

IS-Kämpfer entkommen mit 200 Millionen Euro

Bewaffnete Kämpfer in Syrien.
© dpa, Anas Alkharboutli, MA afn nwi

18. Februar 2019 - 18:10 Uhr

Flucht durch einen Tunnel

Jahrelang verbreitet die Terrormiliz Islamischer Staat Angst und Schrecken in Syrien und dem Irak. Sie mordeten und raubten, brannten Städte nieder. Doch seit einiger Zeit befinden sie sich auf dem Rückzug – im Osten Syriens haben syrische Truppen die letzten IS-Kämpfer umzingelt. Jetzt  sollen 1000 der verbliebenen Kämpfer entkommen sein, möglicherweise durch einen Tunnel. Im Gepäck könnten sie eine riesige Summe Geld haben. Einem Bericht von CNN zufolge soll sich diese auf 200 Millionen US-Dollar belaufen, also etwa 177 Millionen Euro.

Auch Deutsche unter den Dschihadisten

Unter den Dschihadisten sollen auch zahlreiche Ausländer sein – möglicherweise also auch Kämpfer aus Deutschland. Kurden hatten in den vergangenen Tagen berichtet, sie vermuteten, dass der Grenzort über  einen Tunnel mit dem Irak verbunden sei. Eine Satellitenaufnahme zeigt zudem, dass sich Ende Januar eine große Menschenmenge in Richtung des Nachbarlandes bewegt hat.

Der IS hat zwar sein früheres Herrschaftsgebiet in Syrien und im Irak fast vollständig verloren, ist aber weiter aktiv. Anhänger der Terrormiliz sind vor allem in den riesigen Wüstengebieten im Westen des Iraks untergetaucht, von dort aus verüben sie regelmäßig Angriffe.

Diskussion um Rücknahme von IS-Kämpfern entbrannt

Gefangen genommene IS-Kämpfer sind auch ein neuer Streitpunkt zwischen den USA und europäischen Ländern, darunter Deutschland. Denn die Amerikaner haben viele Kämpfer festgenommen und wollen sie nun in ihre Heimatländer überstellen – manche von ihnen haben einen deutschen Pass und müssten daher vor deutsche Gerichte gestellt werden. Genau darüber gibt es nun aber Diskussionen.

Außenminister Heiko Maas wäre zwar damit einverstanden, sagte aber, es sei sehr schwierig festzustellen, woher die Terroristen wirklich kämen. Es sei auch wichtig, dass in Deutschland ein Ermittlungsverfahren geführt werde, auch damit die IS-Kämpfer sofort vor Gericht landen und sich nicht erst noch frei bewegen könnten. So lange es keine Informationen und Ermittlungsverfahren gebe, halte er die Rücknahme "für außerordentlich schwierig zu realisieren", sagte Maas.

„Jeden Einzelfall sorgfältig prüfen“

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte: "IS-Rückkehrer mit Kampferfahrung aus Syrien und dem Irak sind potenziell hochgefährlich. Es gibt auch keinen Grund für überzogene Eile, wie es der US-Präsident suggeriert." Die Personen säßen derzeit in Syrien in Haft. "Wichtig ist, jeden Einzelfall sorgfältig zu prüfen." Unter den Inhaftierten sind auch Frauen, die vorher in Deutschland lebten und nun zurückwollen.