IS-Anschläge auf Grenze zu Kobane und Gefechte

Rauch über Kobane
Die IS-Kämpfer versuchen schon seit Wochen Kobane einzunehmen.
REUTERS, KAI PFAFFENBACH

Mehrere Selbstmordanschläge und Gefechte

Ein Selbstmordattentäter der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) soll den Grenzübergang zur umkämpften nordsyrischen Stadt Kobane von türkischem Gebiet aus angegriffen haben. Er habe sich dann im Morgengrauen auf der syrischen Seite mit einem Auto in die Luft gesprengt, sagte Kurdensprecher Ismet Hassan. Danach habe es heftige Kämpfe gegeben.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, der Attentäter habe den Grenzübergang von der türkischen Seite aus angegriffen. Das staatliche Pressebüro in der türkischen Nachbarstadt Suruc wies den Vorwurf jedoch zurück. Die Behauptung, der Attentäter sei aus der Türkei gekommen, sei "eine Lüge", hieß es.

Die heftigen Kämpfe zwischen beiden Seiten gingen weiter, erklärten die Menschenrechtsbeobachter. Dabei seien 17 Extremisten und sieben Kämpfer der kurdischen Volksschutzeinheiten getötet worden. Zudem hätten sich drei weitere IS-Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Die Extremisten hätten mehr als 110 Granaten auf die Stadt abgefeuert.

Die IS-Terrormiliz versucht seit Wochen, Kobane einzunehmen. Der Grenzübergang zur Türkei ist die einzige Verbindung der vor allem von Kurden bewohnten Stadt zur Außenwelt. Zuletzt war es den Verteidigern Kobanes gelungen, die Extremisten zurückzudrängen. Unterstützt werden die Kurden von Luftangriffen der USA und ihrer Verbündeten. Kritiker hatten der Türkei in der Vergangenheit häufiger vorgehalten, sie unterstütze die IS-Terrormiliz. Einer der Vorwürfe lautet, die Regierung in Ankara hindere Extremisten nicht daran, die Grenze zu Syrien zu überqueren.