Irrer Kronkorken-Prozess: Gewinner muss einstige Freundin auszahlen

© dpa, Marius Becker

2. März 2017 - 17:21 Uhr

Beim Auto hört die Freundschaft auf

Ein junger Mann gewinnt ein Auto. Allerdings hatte das Gewinnspiel einer Brauerei ein Nachspiel vor Gericht: Die Freunde des Gewinners wollten ihren Anteil haben, denn der Mann hatte den Wagen auf einer gemeinsamen Reise gewonnen. Jetzt hat ein Gericht entschieden.

Der Mann hat in dem erbittert geführten Prozess eine Niederlage erlitten. Der Gewinner des Autos muss nach einer Entscheidung des Arnsberger Landgerichts einen Teil des Geldes aus dem Verkauf des gewonnenen Wagens an seine frühere Freundin zahlen. Da die Clique zuvor beschlossen hätte, die Ausgaben des Ausflugs zu teilen, seien sie alle auch "Miteigentümer" des Autos. Daher könne der Mann den überraschenden Gewinn auch nicht einfach für sich behalten.

Die Clique hatte bei einem Wochenendausflug gemeinsam getrunken und die Kronkorken der Bierflaschen achtlos auf den Tisch geworfen. Der Beklagte aus dem sauerländischen Schmallenberg fischte sich einen heraus und entdeckte darauf das Symbol für den Hauptpreis. Später erhielt er dann auch den ausgelobten Audi A3 Sportback, den er später weiterverkaufte. Eine Frau, die mit am Tisch saß, forderte nun ein Fünftel des Gewinns, umgerechnet 5.736 Euro. Der ehemalige Freund wollte zur Wiedergutmachung nur etwa 1.000 Euro zahlen. Das Gericht verdonnerte den Mann nun zur Zahlung von 4.268 Euro. Noch können die Parteien in Berufung gehen.