"Kein Traum ist zu groß und kein Ziel zu hoch"

Rekord: Chris Nikic schafft als erster Mensch mit Down-Syndrom einen Ironman

Chris Nikic: Ironman geschafft mit Down-Syndrom
Chris Nikic: Ironman geschafft mit Down-Syndrom
© dpa, Michael Reaves, kde

09. November 2020 - 12:05 Uhr

Kein Ziel ist zu hoch für Chris Nikic

Der Amerikaner Chris Nikic hat als erster Mensch mit Down-Syndrom einen Ironman absolviert. Schwimmen, Radfahren und Laufen absolvierte der 21jährige in fast 17 Stunden. Überglücklich und sichtlich stolz lief er über die Ziellinie.

Chris Nikic will anderen Menschen mit Down-Syndrom Mut machen

"Wenn ich einen Ironman schaffe, kann ich auch sonst alles im Leben schaffen", dachte sich Chris Nikic aus Maitland. Und sein Leben war bisher durch die Beeinträchtigung des Down-Syndroms nicht immer einfach. Erst mit vier Jahren konnte Chris ohne Gehhilfe laufen, seine Muskelstärke und Muskelspannung funktionieren nicht wie bei nicht-behinderten Menschen. Vor vier Jahren hat er gleich vier Ohroperationen durchleben müssen. 

"Für Chris war das Rennen mehr als nur die Ziellinie und die Siegerfeiern", sagte Vater Nik Nikic. "Es war ein Beispiel, um auch anderen Kindern und Familien, die ähnliche Hindernisse zu überwinden haben zu zeigen, dass kein Traum zu groß oder kein Ziel zu hoch ist." Im Ziel drückte er seinen Sohn stolz und überglücklich eine gefühlte Ewigkeit an sich.

Ironman dauerte fast 17 Stunden

HANDOUT - 07.11.2020, USA, Panama City Beach: Chris Nikic (r) läuft neben seinem Trainer und Guide Dan Grieb, mit dem er mit einem Gurt verbunden ist, beim Ironman 2020. Nach Angaben der Veranstalter hat der 21 Jahre alte Amerikaner als erster Sportl
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© dpa, Michael Reaves, kde

Schwimmen, Laufen und Radfahren – all das, was auch nicht-behinderte Sportler bei einem Ironman absolvieren müssen, absolvierte Chris beim Ironman am Wochenende in Panama City Beach/Florida. Im Ziel hörte er dann endlich die magischen Worte "You are an Ironman."

Chris schwamm die 3,86 Kilometer im Golf von Mexiko in 1:55 Stunden, radelte 180,2 Kilometer in 8:12 Stunden und lief die Marathonstrecke über 42,2 Kilometer in 6:18:48 Stunden. Nach insgesamt 16:46:09 fiel der 21jährige seinem Trainer und Guide Dan Grieb in die Arme. Beim Radfahren stürzte der Sportler sogar und zog sich ein blutendes, rechtes Knie zu. "Aufgeben ist keine Option für Chris", sagt sein Trainer. 

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Diese Leistung wird überall bewundert

Über 11 000 Kommentare meist voller Bewunderung bei der Übertragung des Zieleinlaufs via Facebook und begeisterte Menschen an der Strecke, die teilweise sogar aus Restaurants strömten, befeuerten Chris und seine außergewöhnliche Leistung. Und die wurde sogar mit einem Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde belohnt. Zusätzlich sammelte der 21jährige mit der Ironman Foundation fast 34.000 Euro.

Nach dem Rennen sagt sein Trainer über den Ausnahmesportler: "Ich bin nicht länger überrascht, was Chris leisten kann. Er ist ein Mensch mit Zielen und Träumen – wie jeder andere auch."