Irlands Wahlsieger will EU-Rettungspaket neu verhandeln

13. Februar 2016 - 6:02 Uhr

Irlands Opposition will der EU nach einem historischen Wahlsieg Zugeständnisse bei dem Rettungspaket für das krisengeschüttelte Land abringen. Der designierte Ministerpräsident Enda Kenny äußerte sich optimistisch, die Zinsen für die Geldspritze von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) im Volumen von 85 Milliarden Euro drücken zu können. Die Verhandlungen hierzu würden in der neuen Woche beginnen, sagte der Chef der Mitte-Rechts-Partei Fine Gael. Der 59-jährige ehemalige Grundschullehrer wurde vom Entsetzen der Bevölkerung über den wirtschaftlichen Kollaps des Landes an die Macht gespült und wird aller Voraussicht nach eine Koalition mit der Labour-Partei bilden.

"Es gibt keine Zeit zu verlieren", sagte Kenny kurz nach der Verkündigung seines Wahlsieges. "Das Land kann sich kein Geld mehr leihen, die Banken können sich kein Geld mehr leihen - wir stecken bis zum Hals im Schlamassel." Die Regierung des unbeliebten Ministerpräsidenten Brian Cowen musste bei der Wahl am Freitag den größten Stimmenverlust einer Partei seit der Unabhängigkeit des Landes von Großbritannien vor 90 Jahren einstecken. Nach Auszählung von 90 Prozent der Stimmen kommt sie nur noch auf 17 Sitze im Parlament, nach zuvor 78 Sitzen. Sie ist damit die erste Regierung Europas, die durch die Schuldenkrise in die Knie gezwungen wurde.