„Früher oder später wird es Vergeltungsschläge geben“

Iranischer General bei US-Raketenangriff getötet - 3 Fragen an Antonia Rados

04. Januar 2020 - 13:34 Uhr

Konflikt zwischen Iran und USA verschärft sich

Nach der Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani bei einem US-Raketenangriff im Irak wächst im Nahen Osten die Sorge vor einem neuen Krieg. Teheran will jetzt "Rache". Irans Sicherheitsrat warnte, die USA hätten ihren bislang "größten strategischen Fehler in der Region begangen" und würden "aus dieser Sache nicht heil herauskommen". Wer war Soleimani und womit müssen wir jetzt rechnen? Im Video beantwortet RTL-Chefkorrespondentin Antonia Rados drei Fragen zum Iran-Konflikt.

Nach Raketenschlag gegen Soleimani: New York verschärft Sicherheitsvorkehrungen

Ghassem Soleimani, General der iranischen Al-Kuds-Brigaden
Ghassem Soleimani, General der iranischen Al-Kuds-Brigaden, starb bei einem US-Raketenangriff nahe dem Flughafen der irakischen Hauptstadt Bagdad.
© dpa, Uncredited, VS frd

"Im Moment können wir nicht damit rechnen, dass es eine Zuspitzung oder einen offenen Krieg geben wird", meint Rados. Das sei weder im Interesse des Irans, noch im Interesse der Amerikaner. Sie glaubt aber auch, dass die iranische Führung die Tötung des wichtigen Generals nicht einfach so hinnehmen wird. "Früher oder später wird es Vergeltungsschläge geben".

Darauf stellen sich offenbar auch die USA gerade ein. Die US-Botschaft in Bagdad rief ihre Staatsbürger zur sofortigen Ausreise aus dem Irak auf. Nach dem Raketenangriff wurden außerdem die Sicherheitsvorkehrungen in der Millionenmetropole New York verstärkt. "Sie werden viel mehr Polizisten sehen, die sehr schnell einsatzbereit sind", sagte Bürgermeister Bill de Blasio bei einer Pressekonferenz am Freitag. "Es gibt keine Möglichkeit vorherzusagen, was als nächstes passiert."

USA wollen zusätzliche Truppen in die Region verlegen

Proteste nach dem Tod des iranischen Generals
Im Iran gingen die Menschen auf die Straße, um gegen die Tötung des Generals Ghassem Soleimani zu demonstrieren.
© imago images/ZUMA Press, Babak Jeddi via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Zwar betonte der Polizeichef Dermot Shea, dass es derzeit keine "spezifische glaubhafte Bedrohung" gebe. Trotzdem will der Bürgermeister die Stadt absichern. Er wolle zentrale Orte in New York "von jeglichem Versuch des Irans oder seinen terroristischen Verbündeten, Vergeltung gegenüber Amerika zu suchen" schützen, erklärte De Blasio auf Twitter. "Wir werden gegenüber dieser Bedrohung auf lange Zeit wachsam sein müssen."

Mehrere US-Medien berichteten, dass die USA zusätzlich bis zu 3.500 Soldaten in die Region verlegen wolle. Der "Washington Post" zufolge sollen die Truppen zunächst in Iraks Nachbarland Kuwait stationiert werden. Dem Nachrichtensender CNN zufolge handelt es sich bei den Soldaten um Fallschirmjäger aus dem US-Bundesstaat North Carolina. Eine offizielle Bestätigung des Verteidigungsministeriums dazu gibt es bisher noch nicht. Die US-Streitkräfte sind derzeit zudem mit rund 5.000 Soldaten im Irak vertreten und haben Tausende weitere Truppen in anderen Ländern der Region wie in Bahrain und in Saudi-Arabien.

Trump soll den Befehl erteilt haben

Das Pentagon erklärte, der Einsatz sei auf Anweisung von US-Präsident Donald Trump erfolgt, um weitere Angriffe auf US-Kräfte zu verhindern. US-Außenminister Mike Pompeo zufolge stand ein von Soleimani geplanter Angriff unmittelbar bevor. Dieser hätte "Dutzende, vielleicht sogar Hunderte Leben von US-Bürgern in Gefahr gebracht", sagte Pompeo dem Sender CNN unter Verweis auf Erkenntnisse der Geheimdienste.