Iranischer Friseurverband erlässt Verbot satanischer Haarschnitte

Mohammed Govahi will "satanische Haarschnitte" verbieten
Mohammed Govahi will "satanische Haarschnitte" verbieten
© picture alliance / dpa, Sven Hoppe

28. Mai 2015 - 14:20 Uhr

Einen islamkonformen Haarschnitt, bitte

Mohammed Govahi ist der iranische Chef des Herrenfriseurverbandes – und der will jetzt Schluss machen mit "satanischen" und "homosexuellen" Frisuren. Medienberichten zufolge erließ er neue Regeln für islamkonforme Haarschnitte. Was genau damit gemeint ist, verriet er aber nicht.

Wie 'Spiegel Online' berichtet werde allen Friseurläden, die teuflische Frisuren schneiden, die Lizenz entzogen. Das gleiche gelte für das Kopieren westlicher Frisuren, die den Regelungen der Islamischen Republik widersprächen und "Frisuren, wie sie von Homosexuellen getragen werden", so Govahi im Interview mit dem TV-Sender Manoto.

Der Verband habe deshalb eine Liste zugelassener Haarschnitte an sämtliche Friseure ausgegeben. Wie diese jedoch aussehen, dazu wollte sich der Chef-Friseur nicht äußern. Auch zu den Merkmalen der Frisuren Homosexueller sagte Govahi nichts.

Auch vor Augenbrauen macht Govahi keinen Halt

"Tattoos, Solariumbesuche und das Zupfen der Augenbrauen sind auch verboten", sagte der Coiffeur in dem Interview. 2010 ging der Iran bereits gegen Pferdeschwänze bei Männern vor, so 'Spiegel Online'.

Der iranische Präsident Hassan Rohani gilt als deutlich liberaler als sein Amtsvorgänger Ahmadinedschad. Irans Bürgern Vorschriften hinsichtlich der Kleidung und des Aussehens zu machen sei nicht Aufgabe der Polizei, sagte Rohani nach Angaben von 'Spiegel Online'. Die erlassenen Regeln zum Haarschnitt erfolgten aber in Übereinstimmung mit den Grundsätzen des iranischen Revolutionsführers Ajatollah Ali Khamenei, so Friseur-Chef Govahi.