Reaktion auf Iran-USA-Konflikt

Bundeswehr zieht ein Viertel der Truppe aus Irak ab

Ein Bundeswehrsoldat und kurdische Peshmerga im irakischen Erbil. Foto: Michael Kappeler/Archiv
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07. Januar 2020 - 6:56 Uhr

Soldaten aus Bagdad und Tadschi kommen nach Jordanien und Kuwait

Die Bundeswehr-Truppen im Irak werden teilweise aus dem Land gebracht. Wegen der befürchteten Eskalation nach dem US-Luftangriff, der den iranischen Top-General Ghassem Soleimani tötete, werden Bundeswehr-Soldaten aus Bagdad und Tadschi nach Jordanien und Kuwait verlegt. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Außenminister Heiko Maas (SPD) schrieben an die Obleute im Bundestag, die Standorte würden "vorübergehend ausgedünnt".

Bundeswehr: 30 von 120 Soldaten verlassen den Iran

Das Hauptquartier für den Einsatz "Operation Inherent Resolve" soll teilweise nach Kuwait verlegt werden. Dies würde auch drei der in dem Hauptquartier eingesetzten Bundeswehrsoldaten betreffen. Im zentralirakischen Militärkomplex Tadschi sind 27 Soldaten für die Ausbildung irakischer Kräfte im Einsatz, die nun verlegt werden.

Insgesamt ist Deutschland mit 415 Soldaten an dem Einsatz beteiligt, darunter 120 im Irak. Die USA haben derzeit rund 5.000 Soldaten im Irak stationiert, vor allem als Teil des internationalen Militärbündnisses für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Im Video: Iran kündigt Rache nach US-Luftangriff an

Gespräche mit irakischer Regierung über Fortsetzung des Ausbildungseinsatzes

Die Bundeswehr unterstützt den Kampf gegen den IS mit Aufklärungsjets und Tankflugzeugen sowie mit Militärausbildern im Irak. Mit der Regierung in Bagdad liefen Gespräche zu einer Fortsetzung des Einsatzes, heißt es in dem Schreiben an die Obleute. Und: "Selbstverständlich werden wir jede souveräne Entscheidung der irakischen Regierung respektieren."

Der Wehrbeauftragte des Bundestags stellte den Bundeswehreinsatz in dem Krisenland offen infrage. "Deutsche Soldatinnen und Soldaten können nicht gut gegen den ausdrücklichen Willen der irakischen Regierung und des irakischen Parlaments dem Irak weiter helfen. Hilfe muss auch gewollt sein", sagte der SPD-Politiker Hans-Peter Bartels der "Passauer Neuen Presse".