Iran: Tote bei Protesten in Teheran und mehreren anderen Städten

31. Dezember 2017 - 20:28 Uhr

Demonstranten: "Mullahs, schämt Euch, lasst unser Land in Ruhe"

Es brodelt im Iran. Bei den regimekritischen Protesten im Land sind zwei Menschen getötet worden. Seit Donnerstag gab es Proteste in mindestens neun Städten. Am Samstag wurde sogar in der Hauptstadt Teheran demonstriert. Kritisiert wurde die Wirtschafts- und Außenpolitik des Landes. Aber mit Slogans wie "Mullahs schämt Euch, lasst unser Land in Ruhe" forderten die Demonstranten auch das islamkonservative Establishment insgesamt heraus.

In Maschhad, der zweitgrößten Stadt des Landes, kam es am Freitag zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften. Rund 50 Demonstranten wurden festgenommen. Nach Augenzeugenberichten wurden in mehreren Teilen der Hauptstadt Teheran Sondereinheiten der Polizei stationiert.

Innenminister Abdulrahman Rahmani Fasli: "Diese Versammlungen sind illegal"

Das iranische Innenministerium ermahnte die Iraner, nicht an solchen Protesten teilzunehmen. "Diese Versammlungen sind illegal", sagte Innenminister Abdulrahman Rahmani Fasli am Samstag. Sonst könnte es "problematische Konsequenzen" geben, warnte der Minister.

Gleichzeitig gab es in Teheran und anderen Städten staatlich organisierte Demonstrationen gegen die regimekritischen Versammlungen, an denen Medienangaben zufolge landesweit Tausende teilnahmen. Das Staatsfernsehen hat mittlerweile den Tod von zwei Demonstranten bestätigt. Die Polizei soll laut eines Sicherheitschefs jedoch nicht daran beteiligt gewesen sein.

Demonstrationen in Berlin

Iranische Regimegegner protestieren am 30.12.2017 vor der iranischen Botschaft in Berlin gegen die Führung in Teheran. Sie forderten unter anderem die Freilassung von Hunderten Festgenommenen im Iran. Foto: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa +++(c
Iranische Regimegegner protestieren am 30.12.2017 vor der iranischen Botschaft in Berlin gegen die Führung in Teheran. Sie forderten unter anderem die Freilassung von Hunderten Festgenommenen im Iran.
© dpa, Ralf Hirschberger, rhi

Die Unruhe im Iran macht sich auch in Deutschland bemerkbar. Vor der iranischen Botschaft in Berlin demonstrierten am Samstag gut hundert Menschen gegen die Führung in Teheran. Bereits am Freitag hatte eine kleinere Gruppe vor der Botschaft demonstriert.

Donald Trump: "Die Welt schaut hin"

Aus den USA erhielten die Demonstranten im Iran Unterstützung. "Wir rufen alle Nationen dazu auf, das iranische Volk und seine Forderungen nach Grundrechten und einem Ende der Korruption öffentlich zu unterstützen", hieß es in einer Mitteilung des US-Außenministeriums in Washington. Auch US-Präsident Donald Trump meldete sich in einem Tweet zu Wort und verkündete: "Die Welt Schaut hin."

Die Regierung in Teheran wiederum verurteilte die US-Unterstützung für die Proteste scharf. "Das iranische Volk wird diese wertlosen und opportunistischen Bemerkungen der Amerikaner nicht beachten", sagte Außenamtssprecher Bahram Ghassemi. Im Iran gebe es demokratische Kanäle, über die das Volk legitime Forderungen erheben könne, fügte der Sprecher hinzu.