Einschätzung von Antonia Rados

Iran stoppt britische Öltanker - Die Lage ist bedrohlich!

19. Juli 2019 - 23:29 Uhr

Eskaliert die Situation jetzt?

Die Lage im Persischen Golf spitzt sich dramatisch zu. Nach eigenen Angaben haben die iranischen Revolutionsgarden jetzt einen unter britischer Flagge fahrenden Öltanker aufgebracht. Später bestätigte London, dass auch ein zweiter Tanker aufgebracht wurde. Dieser wurde inzwischen wieder freigelassen. Inwiefern die aktuelle Lage zu eskalieren droht, erklärt RTL-Reporterin Antonia Rados im Video.

23 Crew-Mitglieder an Bord

dpatopbilder - HANDOUT - 19.07.2019, ---: Das von Stena Bulk zu Verfügung gestellte undatierte Foto zeigt den britischen Öltanker «Stena Impero». Die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) haben nach eigenen Angaben einen unter britischer Flagge fahrend
Der Tanker habe internationale Vorschriften nicht beachtet, hieß es.
© dpa, Stena Bulk, cvi

Nach der unter britischer Fahne fahrenden "Stena Impero" wurde auch ein unter liberischer Flagge fahrender Tanker in Richtung Iran abgedrängt. Nach Medienberichten soll es sich dabei um die "Mesdar" der britischen Norbulk Shipping UK handeln. "Die Festsetzungen sind unakzeptabel", sagte Außenminister Jeremy Hunt. Noch am Abend trat in London nach Medienberichten der Nationale Sicherheitsrat (Cobra) zu Beratungen zusammen.

Die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) hatten nach eigenen Angaben den unter britischer Flagge fahrenden Öltanker "Stena Impero" in der Straße von Hormus gestoppt und in Richtung iranischer Küste gebracht. Der Tanker habe internationale Vorschriften nicht beachtet, hieß es auf dem Internetportal der Revolutionsgarden.

Schiff war auf dem Weg nach Saudi-Arabien

The Iranian vessel Bavand is seen near the port of Paranagua, Brazil July 18, 2019. REUTERS/Joao Andrade   NO RESALES. NO ARCHIVES
In der Straße von Hormus kommt es immer wieder zu Zwischenfällen.
© REUTERS, STRINGER, SM/AND

Das Schiff gehört der schwedischen Firma "Stena Bulk". Das Unternehmen bestätigte den Zwischenfall und teilte mit, dass sich mehrere unbekannte kleinere Boote und ein Hubschrauber der "Stena Impero" genähert hatten, als sich das Schiff in internationalen Gewässern befunden habe.

Das Unternehmen habe derzeit keinen Kontakt zur Besatzung des Schiffes. An Bord befinden sich nach Unternehmensangaben 23 Crew-Mitglieder. Schwedische Besatzungsmitglieder sollen sich Medienberichten zufolge nicht an Bord befinden. Es gebe keine Nachrichten über Verletzte, teilte das Unternehmen mit. Man stehe in engem Kontakt zu den britischen Behörden. Das Schiff fahre inzwischen nach Norden in Richtung Iran

Iranischer Tanker in Gibraltar festgesetzt

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat sich in den vergangenen Monaten immens verschärft. US-Präsident Donald Trump hatte erst am Donnerstag in Washington erklärt, eine iranische Drohne sei in der Straße von Hormus von einem US-Kriegsschiff aus zerstört worden. Sie sei der "USS Boxer" bedrohlich nahe gekommen und daraufhin vernichtet worden. Teheran widersprach. "Wir haben weder in der Straße von Hormus noch anderswo eine Drohne verloren", schrieb Vizeaußenminister Abbas Araghchi am Freitag auf Twitter.

Die Handelsschifffahrt wurde massiv in den Konflikt hineingezogen. Bereits im Mai hatte es erste Berichte über Sabotageakte gegen Handelsschiffe im Golf von Oman gegeben. Mitte Juni kam es dann zu mutmaßlichen Angriffen auf den japanischen Frachter "Kokuka Courageous" und die zu einer norwegischen Reederei gehörende "Front Altair", beide Schiffe trugen Schäden davon. Die "Front Altair" geriet nach Explosionen in Brand.