Internetkonten bei Paketdienst "geknackt": Prozess startet

Auf einer Richterbank liegt ein hölzerner Richterhammer. Foto: Uli Deck/dpa/Archivbild
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23. Mai 2020 - 13:01 Uhr

In Neubrandenburg beginnt an diesem Montag ein Betrugsprozess gegen einen Mann, der bereits wegen Handels mit gefälschten Markensportschuhen für Schlagzeilen sorgte und deshalb rechtskräftig verurteilt wurde. Dem 40-jährigen Neubrandenburger wird vorgeworfen, sich über einen Paketdienst Waren im Wert von mehr als 10.000 Euro illegal beschafft zu haben, wie eine Sprecherin des Amtsgerichts in Neubrandenburg erklärte. Dazu soll sich der Mann Zugang zu Internet-Nutzerkonten anderer Kunden des bundesweiten Paketdienstes verschafft und mehrere Schließfachfachanlagen an der Mecklenburgischen Seenplatte genutzt haben. Die Rechnungen gingen an die anderen Kunden.

Das Vorgehen flog nach mehreren Monaten bereits Anfang 2014 auf. Dem Paketdienst waren Unregelmäßigkeiten aufgefallen. Das Gros der bestellten Kleidung und Medizinprodukte soll wohl weiterveräußert worden sein. Zusätzlich soll sich der Mann illegal markenrechtlich geschützte Computerprogramme zu Steuerzwecken beschafft und weiterverkauft zu haben. Als Käufer das Softwareprogramm aber anmeldeten, wurden diese vom Markeninhaber gesperrt, so dass auch dieses "Geschäft" aufflog.

Der 40-Jährige war im Herbst 2014 vom Landgericht Schwerin zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Damals hatte er gestanden, mit einem Bruder jahrelang Tausende gefälschte Sportschuhe als echte Ware verkauft zu haben. Ein Markenanwalt hatte das Vorgehen aufgedeckt. Sein Bruder war damals ins Ausland geflohen. Für den neuen Prozess ist ein Verhandlungstag geplant.

Quelle: DPA