2018 M05 12 - 15:09 Uhr

"Gute Pflege ist ein Menschenrecht und darf nicht vom Geldbeutel abhängig sein"

"Gute Pflege ist ein Menschenrecht und darf nicht vom Geldbeutel abhängig sein." Mit Sätzen wie diesen machen Experten am Internationalen Tag der Pflege auf den Notstand in Deutschland aufmerksam. In diesem Fall der Chef des Paritätischen Gesamtverbands, Prof. Dr. Rolf Rosenbrock. Gleichzeitig ist aber nicht nur das Recht auf Pflege eingeschränkt, ebenso fehlen deutlich zu viele Pflegekräfte in der Republik. Das hat verschiedene Gründe. Die Regierung gelobt Besserung. Wo genau es hakt, zeigen wir Ihnen am Beispiel einer Berliner Krankenschwester.

Große Verantwortung, intensives Arbeitspensum, hohe psychische Belastung - aber wenig Geld

Rolf Rosenbrock
Der Chef des Paritätischen Gesamtverbands, Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, macht auf die Missstände in der Pflege aufmerksam.
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Seit fünf Jahren arbeitet Maria auf der Kinderintensivstation im Herzzentrum Berlin. Es ist kein alltäglicher Job, die Verantwortung ist groß, das Arbeitspensum intensiv. Und so auch die psychische Belastung. "Es gibt immer wieder Situationen, an denen man emotional an seine Grenzen geht, gerade bei Kindern, die einen langen und schweren Verlauf haben", sagt uns Maria. Das gehe ihr sehr nahe. Sie arbeite in einem guten Team, "aber natürlich haben wir, wie auch überall anders, das Problem, dass uns Leute fehlen oder sich aus verschieden Gründen woanders bewerben und hingehen."

Zu wenig Personal, schlechte Bezahlung, die Bundesregierung verspricht Besserung, 8.000 neue Jobs sollen geschaffen werden. Viel zu wenige, finden Experten. Bundesweit sind alleine mehr als 25.000 Pflegestellen unbesetzt.

Idealismus wird bei vielen Pflegekräften zur einzigen Motivation

Bundestag 70 Jahre Israel 29. Sitzung des Deutschen Bundestag am Donnerstag den 26. April 2018. Im Bild: Debatte ueber einen Antrag der Fraktionen der CDU/CSU, SPD und FDP 70 Jahre Gruendung des Staates Israel - In historischer Verantwortung unsere z
Die Fraktionschefin der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, erklärt, was sich in der Pflege ändern muss.
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"Wir brauchen mehr Ausbildung, wir brauchen mehr Weiterbildung, und wir müssen Hilfskräfte zu Vollzeitpflegern machen", sagt Katrin Göring-Eckardt, Fraktionschefin der Grünen, und ergänzt: "Wenn wir nicht dafür sorgen, dass das mehr Menschen machen, wird aus dem Pflegenotstand, den wir jetzt schon haben, eine Pflegekatastrophe."

Die Pflege in Deutschland, sie droht zum Pflegefall zu werden. Darunter leiden werden auch in naher Zukunft Mitarbeiter wie Maria. Idealismus wird da zur Motivation, denn nachlassen darf sie in ihrem Job nicht. Denn hier geht es um Leben und Tod.