Prof. Gernot Marx über Intensivpatienten

Intensivmediziner: "Jeder zweite Patient mit künstlicher Beatmung stirbt"

21. April 2021 - 17:06 Uhr

Marx zu Klinik-Personal: "Wirklich sehr erschöpft, sehr müde"

Auf deutschen Intensivstationen liegen im Moment fast 5000 Covid-19-Patienten. Darunter sind mittlerweile viele jüngere Menschen. "Die Situation ist angespannt. Wir müssen natürlich auch viele andere Patienten versorgen, sodass wir im Schnitt ein bis eineinhalb Betten im Moment pro Krankenhaus auf der Intensivstation noch frei haben", sagt der Präsident der Intensivmediziner (DIVI), Prof. Gernot Marx. Hinzu käme, dass das Personal nach wie vor knapp und die "Krankenhaus-Teams wirklich sehr erschöpft, sehr müde" seien. "Bedenken Sie, jeder zweite Corona-Patient, den wir beatmen müssen, stirbt nach wie vor." Trotz dieser Zahlen sieht sich der Intensivmediziner Kritik ausgesetzt, er würde dramatisieren und die Situation nicht realistisch darstellen.

Das Interview von RTL-Reporterin Katrin Neumann mit dem Intensivmediziner Gernot Marx sehen Sie oben im Video.

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Marx zu Alarmismus-Vorwurf: "Die Lage ist regional sehr, sehr unterschiedlich"

Dem Vorwurf, die Situation auf den Intensivstationen zu drastisch darstellen, ordnet Prof. Marx ein: "Es ist halt so, dass die Lage regional sehr, sehr unterschiedlich ist." So könne es durchaus sein, dass einige Krankenhäuser bislang nicht an Kapazitätsgrenzen gekommen sind, in anderen Regionen jedoch das Gegenteil der Fall ist. "Wir haben aus Thüringen vor dem Wochenende Patienten über viele hundert Kilometer in andere Krankenhäuser in Norddeutschland transferieren müssen, weil in Thüringen überhaupt kein Intensivbett mehr vorhanden war. Wir haben oft die Situation, dass wir aus den Notaufnahmen in Ballungszentren die Patienten nicht ins eigene Haus auf die Intensivstation bringen können, sondern wir müssen sie in andere Häuser bringen und selbst aus der großen Stadt Köln werden schon Patienten nach extern verlegt, auf andere Intensivstation in andere Städte. Das heißt in einigen Regionen ist es wirklich besonders angespannt." Noch könne die Situation durch Umverteilung gelöst werden. Aber "die Betten werden knapp", warnt der Intensivmediziner.

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