Insolvenz: Fluggesellschaft Niki ist pleite und stellt Flugbetrieb ein

14. Dezember 2017 - 9:20 Uhr

Air-Berlin-Tochter Niki ist zahlungsunfähig

Das dürfte die Pleite für die Air-Berlin-Tochter bedeuten: Die österreichische Fluggesellschaft Niki ist zahlungsunfähig und hat bei der Berliner Justiz einen Antrag auf Insolvenz gestellt.Der Flugbetrieb wird mit sofortiger Wirkung eingestellt.

Anfang vom Ende: Lufthansa zieht Angebot für Niki zurück

Das Aus für Niki wurde von der Lufthansa eingeleitet. Die Airline hatte ihr Angebot für das österreichische Unternehmen mit seinen 21 Flugzeugen zurückgezogen.

Als Grund für den Rückzug gab die Lufthansa an, dass eine schnelle Freigabe des Erwerbs durch die EU-Kommission nicht zu erwarten sei. Der im Oktober geschlossene Kaufvertrag könne nicht vollzogen werden. Air Berlin ist seit August insolvent und hat den eigenen Flugbetrieb Ende Oktober eingestellt.

Österreich würde gestrandete Niki-Passagiere heimholen

Alternative Käufer für Niki gibt es nach Seiberts Angaben nicht. Der Rückzieher der Lufthansa bei Niki hat auch Konsequenzen für den deutschen Fiskus. "Durch den unerwarteten Ausfall der Erlöse aus dem Niki-Verkauf kann der vom Bund verbürgte Kredit der KfW an Air Berlin möglicherweise nur zum Teil zurückgezahlt werden", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Der Bund werde alles tun, den Schaden für den Steuerzahler zu begrenzen. Die Bundesregierung hatte für 150 Millionen Euro eine Bürgschaft übernommen.

Sollten Niki-Fluggäste aus dem Ausland zurückgeholt werden müssen, können sie auf die Hilfe des österreichischen Staates bauen. Dann "würde die Regierung dies bei der AUA oder auch bei anderen Fluggesellschaften in Auftrag geben", hieß es vom Verkehrsministerium in Wien. Der Staat würde die nötigen Zahlungen vorfinanzieren.

Übernimmt Gründer Niki Lauda die Airline wieder?

Niki Lauda
Niki Lauda, jahrelang als Formel-1-Experte im RTL-Einsatz, gründete die Airline einst.
© dpa, Nelson Antoine, NA wal pat fgj

Unterdessen erwägt der Ex-Rennfahrer und Luftfahrt-Unternehmer Niki Lauda eine Übernahme der Airline. "Ich bin interessiert und würde mich darum kümmern", sagte Lauda, der die Ferienfluglinie einst gegründet hat, der Nachrichtenagentur APA. Im Gegensatz zum ersten Bieterverfahren würde er nun allein um einen Zuschlag kämpfen.

Im September hatte der 68-Jährige zusammen mit dem Reiseveranstalter Thomas Cook und dessen Tochter Condor ein Angebot für die insolvente Air Berlin samt österreichischer Niki unterbreitet. Damals hatte sich aber die Lufthansa durchgesetzt - die nun ihr Angebot zurückgezogen hat.