Insel Koos: Salzgrasland-Flora und -Fauna kehren zurück

Ein Wasserbüffel steht im Küstenüberflutungsmoor am Zufahrtsweg zur Naturschutzinsel Koos. Foto: Jens Büttner/dpa/Archivbild
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06. Juli 2020 - 8:12 Uhr

Auf die Naturschutzinsel Koos bei Greifswald sind nach der Renaturierung in den vergangenen Jahren verloren geglaubte Tier- und Pflanzenarten zurückgekehrt. Erstmals hätten Austernfischer erfolgreich gebrütet, sagte die Biologin Nina Seifert von der Michael-Succow-Stiftung Greifswald. Deren Arbeitsschwerpunkt ist die Ausweisung und Bewahrung des Nationalen Naturerbes in Deutschland. Die Stiftung war 1999 als erste gemeinnützige Naturschutzstiftung in den neuen Bundesländern gegründet worden. 2016 übernahm sie 365 Hektar auf der Insel und in den Karrendorfer Wiesen auf dem Festland. Insgesamt besitzt die Stiftung 1400 Hektar.

Das Gelege der Austernfischer sei eingezäunt worden, um es zu sichern, sagte Seifert. Auf der Insel sei ein gezieltes "Prädatoren-Management" nötig, eine Begrenzung von Füchsen, Mardern oder Ratten. Auch Vögel wie Rotschenkel, Uferschnepfe und Säbelschäbler sind wieder zu sehen, dazu Kraniche, Enten und Gänse.

Die Karrendorfer Wiesen waren in den 1970-er Jahren entwässert und eingedeicht worden, um sie mähen und beweiden zu können, berichtete Seifert. Später wurden auch Futtergräser angesät. Der ursprüngliche Salzwiesentorf verschwand, das Gebiet sackte ab. In den 1990-er Jahren wurde die Renaturierung beschlossen. Sechs Kilometer Deiche wurden zurückgebaut. Seitdem werden die Flächen wieder überflutet. Seifert zufolge ist eine Beweidung des Küstenüberflutungsmoores notwendig, um das einstige Salzgrasland mit seiner typischen Flora und Fauna zurückzugewinnen. Derzeit weiden Rinder und Wasserbüffel auf den zeitweilig überschwemmten Wiesen.

Quelle: DPA