Forscher um Ökosystem besorgt

Insektensterben: Gibt es bald keine Schmetterlinge mehr auf der Erde?

15. Februar 2019 - 8:49 Uhr

Bye bye, butterfly?

Es sind wirklich bedenkliche Erkenntnisse, die die Forscher in dem Journal "Biological Conversation" veröffentlicht haben: Viele Insektenarten, darunter Schmetterlinge, könnten innerhalb der kommenden 100 Jahre vom Planeten für immer verschwinden. Jedes Jahr, so die Wissenschaftler, sinke die Biomasse der Insekten um 2,5 Prozent.

Katastrophale Konsequenzen für das Ökosystem des Planeten

Der größte Faktor für das Insektensterben ist die intensive Landwirtschaft, vor allem der häufige Gebrauch von Pestiziden. Auch die Verstädterung und Versiegelung der Böden sowie der Klimawandel töten die Insekten.

"Wenn wir den Verlust der Spezien nicht stoppen, wird das katastrophale Konsequenzen für das Ökosystem des Planeten und das Überleben der Menschheit haben", sagte Francisco Sanchez-Bayo von der Universität Sydney, der die Studie gemeinsam mit Kris Wyckhuys von der Chinesischen Akademie Landwirtschaftschaftlicher Wissenschaften in Peking verfasste.

Besonders die Rate von 2,5 Prozent Verlust der Biomasse pro Jahr ist "schockierend", wie Sanchez-Bayo dem britischen "Guardian" sagte. "In zehn Jahren verlieren wir so 25 Prozent, in 50 Jahren die Hälfte und in 100 Jahren sind sie alle verschwunden", so der Wissenschaftler.

Nach den Insekten sterben Reptilien, Vögel und Amphibien

Ein Pfauenauge besucht am 28.09.2012 im niederrheinischen Moers die Blüten einer Aster. Bei zum Teil schönem Spätsommerwetter finden die Schmetterlinge noch genug Blüten, um sich zu ernähren. Foto: Roland Weihrauch dpa/lnw  +++(c) dpa - Bildfunk+++
Wenn die Biomasse der Schmetterlinge weiter so schnell sinkt, sind die Schmetterlinge in einem Jahrhundert Geschichte.
© dpa, Roland Weihrauch

Sind die Insekten erst verschwunden, gerät die Nahrungskette ins Wanken. Reptilien, Vögel, Amphibien und Fische fressen Insekten. Diese Tiere finden dann schlichtweg nichts mehr zu fressen und sterben ebenfalls. Man spricht von einem Kaskadeneffekt.

Zu den am meisten bedrohten Arten gehören neben den Schmetterlingen noch Käfer, Köcherfliegen und Eintagsfliegen.