Hohoho - unerwünschter Weihnachtsbesuch!

Läuse, Spinnen und Zecken im Weihnachtsbaum: Diese Insekten holen wir uns ins Haus

Oh, du fröhliche Krabbelei: Jedes Jahr laden wir Horden an Krabbel-Wesen in unsere Wohnstuben ein.
Oh, du fröhliche Krabbelei: Jedes Jahr laden wir Horden an Krabbel-Wesen in unsere Wohnstuben ein.
© iStockphoto, iStock, RyanJLane

15. Dezember 2020 - 10:57 Uhr

Spinnennest-Alarm im Weihnachtsbaum

Millionen Haushalte holen sich jedes Jahr riesige Insekten-Populationen ins Wohnzimmer - im Weihnachtsbaum. Bis zu 25.000 Krabbeltierchen können in einem einzigen Baum leben. Bevor Sie nun Ihren frisch gekauften Baum aus dem Fenster schmeissen, hier eine Entwarnung: Meist bleiben die Tierchen auch in der Tanne, statt unser Zuhause zu belagern.

Insektenbefall wissenschaftlich bewiesen

Dass wir uns mit dem Weihnachtsbaum auch Spinnen, Zecken und Co. nach Hause holen, ist sogar wissenschaftlich bewiesen: Insektenforscher Bjarte Jordal, Professor am norwegischen Universitätsmuseum in Bergen, hatte 2012 und 2016 durch eine Studie ermittelt, wie viele Insekten in einem durchschnittlichen norwegischen Weihnachtsbaum hausen. Er kam je nach Größe auf die stattliche Zahl von bis zu 25.000 Insekten pro Baum. Springschwänze, Rindenläuse, Milben, Motten - und sogar Zecken kann der festliche Baum seiner Studie zufolge in Norwegen beherbergen.

Förster Josef Eichler: „Mit etwas Glück gibt es sogar einen Schmetterling zu Weihnachten“

Und in Deutschland? Josef Eichler, Förster an Peter Wohllebens Waldakademie, weiß: "Insekten, die man sich mit Fichten und Tannen ins Haus holt, sind zum Beispiel Fichtenröhrenläuse und Weißtannentriebläuse und Milben, zum Beispiel als Fichtenspinnmilbe. Wobei letztere meist in Eier-Form an den Zweigen überwintern, in einigen Fällen im Larvenstadium."

Auch dieses Jahr muss mit einem Gast gerechnet werden, der den Bäumen in den vergangenen dürren Sommern zugesetzt hat: "Es werden mit Sicherheit auch einige Borkenkäferarten in ihren Entwicklungsstadien zwischen junger Larve und fertigem Käfer ins Wohnzimmer einziehen."

In Sachen Zecken hat Eichler allerdings keine Bedenken, denn: "Zecken überwintern meist im oder am Boden und selten am Baum." Die Rückstände von Pestiziden, die gerne in Weihnachtsbaumplantagen eingesetzt werden, bereiten ihm da mehr Kopfzerbrechen. Sein Rat: "Wer eine unbedenkliche und unbeschwerte Zeit unterm Baum verbringen möchte, der sollte sich von der Kultur einen 'Biobaum' oder eine Fichte beziehungsweise Tanne aus dem Wald besorgen. Vielleicht gibt es dann auch einen Schmetterling im Weihnachtsbaum!"

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Frisch geschlagene Bäume auf Spinnennester untersuchen!

Frischer Weihnachtsbaum
Bei frisch geschlagenen Bäumen sollten Sie vielleicht doch mal checken, ob es ein Spinnennest gibt, bevor Sie den Baum aufstellen.
© Blueline studio (Blueline studio (Photographer) - [None], iStock, Stefan Nikolic

Saskia Blümel vom Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger rät allerdings bei frisch geschlagenen Bäumen: "Wenn sie direkt vom Feld kommen, sollte man durchaus genau gucken, ob es dort Spinnennester gibt. Die Kulturbäume im Baumarkt oder von anderen Märkten sind unproblematischer, da sie schon eine Zeit lang warm und trocken standen."

Wer seinen Baum zumindest äußerlich etwas insektenfreier haben will, kann ihn in der Garage oder im Keller in einen Eimer Wasser stellen und nach drei Tagen kräftig durchschütteln und ausklopfen, bevor er in die gute Stube kommt." Grundsätzlich gilt aber: "Weihnachtsbäume sind nun mal Naturprodukte. Sie können Sie schlecht mit Insektiziden behandeln, bevor Sie sie aufstellen."