Ins Büro statt ins Bett: Zwei Drittel aller Arbeitnehmer gehen krank zur Arbeit

15. Februar 2018 - 23:15 Uhr

Jeder Dritte bleibt trotz Krankheit nicht zu Hause

Fast jeder hat es schon mal gemacht – zur Arbeit gehen, obwohl man besser im Bett bleiben sollte. Laut einer Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) sind im letzten Jahr 67 Prozent der Arbeitnehmer mindestens einmal arbeiten gegangen, obwohl sie sich richtig krank gefühlt haben.

Wer krank zur Arbeit geht, bleibt länger krank

17 Prozent gingen sogar ein bis zwei Wochen lang krank zur Arbeit. 29 Prozent arbeiteten zwei Wochen oder länger, obwohl sie krank waren. Nur jeder Dritte sagte, dass er immer zu Hause geblieben sei, wenn er sich schlecht gefühlt habe. Die Werte unterscheiden sich kaum von der Vorgängererhebung aus dem Jahr 2015.

Besonders in der Grippe-Saison ist das tückisch. Denn wer sich krank ins Büro schleppt ist nicht nur weniger leistungsfähig und macht häufiger Fehler, sondern ist oft auch noch länger krank und steckt darüber hinaus noch die Kollegen an. "Wenn man krank ist, bleibt man zu Hause, wenigstens für ein paar Tage, alles andere ist unvernünftig", sagte Udo Buchholz, Infektionsepidemiologe am Robert-Koch-Institut, der 'Welt'. "In den ersten beiden Tagen ist man besonders ansteckend", erklärte er.

Allerdings helfe das Auskurieren in den eigenen vier Wänden kaum, die Ausbreitung von Erkältungsviren zu begrenzen. Zu Hause gebe es schließlich auch Menschen, die man anstecken könne, sagte der Experte. Die Kontakte dort seien in der Regel häufiger und enger als am Arbeitsplatz. "Im Ergebnis hält sich das epidemiologisch vielleicht sogar die Waage."